Alta (Finnmark). Für den Schweden Petter Karlsson lief es beim Finnmarksløpet 2026 wie gewünscht: Er siegte zum fünften Mal bei Europas längstem Hunderennen, vor dem lokalen Favoriten Harald Tunheim. Für die in diesem Jahr 1139 Kilometer lange Strecke benötigte Karlsson sechs Tage, 15 Stunden und 41Minuten. Beobachter heben nun sein Pausenkonzept als Schlüssel zum Erfolg hervor. Diesmal brachen weniger Fahrer die Tour ab als in den vergangenen Jahren – sowohl auf den längeren als auch auf der kürzeren Strecke.
Karlsson und Tunheim waren von Anfang an die großen Favoriten gewesen, und es war lange völlig offen, wer von den beiden am Ende vorne liegen würde. Nur einer konnte dabei – beinahe – mithalten: Ola Martinsen. Zwischen dem Drittplatzierten und dem Rest des Feldes gab es im Zieleinlauf eine Lücke von zwölf Stunden.
Petter Karlsson (50) war im Vorjahr nicht gestartet, hatte aber bereits 2016, 2018, 2023 und 2024 gewonnen. Tunheim (67) siegte im Vorjahr zum siebten Mal auf der längeren Strecke, ebenso oft hatte er auf der 600-Kilometer-Strecke gesiegt. Dass beide schnelle Hunde aus eigener Zucht haben, ist die Basis für ihren Erfolg. Umso mehr achteten die Kommentatoren in diesem Kopf-an-Kopf-Rennen bis fast zum Schluss nun auf die Unterschiede, auch gegenüber NRK. Und da fiel Karlssons unkonventionelles Pausenkonzept auf. Er mache lieber öfter Pausen, daber kürzer – und darum auch öfter außerhalb der Checkpoints, sagte er im Interview. Wenn er merke, dass die Hunde müde und damit langsamer würden, lege er eine Pause ein. Sie erholten sich auch schneller, wenn sie nicht komplett erschöpft seien.
Beide Favoriten kamen mit acht Hunden ins Ziel
Tunheim nannte selbst zwei Faktoren dafür, dass es am Ende für ihn nicht ganz zum Sieg reichte: Für seine Hunde mit einem besonders dicken Pelz nach dem kalten Winter war es zu warm. In Karasjok musste er außerdem drei seiner stärksten Hunde aus dem Gespann nehmen, weil sie nicht mehr fit genug für die letzten 130 Kilometer waren. Danach habe er an Fahrt verloren. Beide, Tunheim wie Karlsson, kamen mit acht von ursprünglich 14 Hunden ins Ziel. Hunde, die verletzt oder zu erschöpft sind, können an den Checkpunkten an das Helferteam übergeben werden. Es ist nicht erlaubt, verletzte oder kranke Hunde im Gespann laufen zu lassen. Der Zustand der Hunde wird in den Checkpunkten von Tierärzten überprüft. Verletzt sich ein Hund unterwegs, muss er im Schlitten bis zum nächsten Checkpunkt transportiert werden.
Vergleichsweise wenige Abbrecher
Die Bedingungen waren dieses Jahr nicht optimal, aber besser als in den vergangenen Jahren: 2024 hatte die Wärme schwierige Bodenverhältnisse geschaffen, die Hälfte brach unterwegs ab. 2025 endete die Tour für viele im Schneesturm. In diesem Jahr brachen vergleichsweise wenige ab: Von den 49 Teilnehmern auf der 600-Kilometer-Strecke kamen 40 ins Ziel, von den 18 Teilnehmern auf der längsten Strecke (voraussichtlich) 13. Sieger auf der 600-Kilometer-Strecke wurde Cato Myhre. Bei den Junioren gewann Emma Walseth.
Zeitweise GPS-Störungen
Alle Teams tragen einen GPS-Sender, und man konnte so den Verlauf über eine Liste oder Karte verfolgen. Erschwerend für die Beobachter und die Teilnehmer waren die zweitweisen GPS-Störungen, wie sie so nahe an der Grenze zu Russland in den vergangenen Jahren häufig zu beobachten waren.
Alle Ergebnisse auf der Website von Finnmarksløpet
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