Norwegen: Ursache für Feuer in Gasanlage Melkøya geklärt

Melkøya/Hammerfest (Norwegen). Am 28. September brannte es in der Gasanlage auf Melkøya vor Hammerfest. Der Brand konnte gelöscht werden, verletzt wurde niemand. Aber die Schäden durch den Brand und durch das Löschwasser waren so groß, dass die Anlage bis heute nicht wieder in Betrieb ist. Schuld am Ausbruch des Feuers waren eine Reihe von Faktoren, stellte nun die norwegische Petroleumsaufsicht fest – darunter schlechte Wartung. Vor dem Wiederanfahren der Anlage muss Betreiber Equinor eine Reihe von Auflagen erfüllen.

Melkøya

Gasanlage auf Melkøya vor Hammerfest.

Auf Melkøya wird das Naturgas aus dem Feld Snøhvit an Land geführt, aufbereitet und gekühlt, sodass es als Flüssiggas abtransportiert werden kann. Der Brand brach in dem Teil der Anlage aus, in dem sich das Kraftwerk befindet. Fünf Gasturbinen decken dort den Energiebedarf. Die Turbine, in deren Lufteinzug das Feuer ausbrach, war zu der Zeit nicht in Betrieb.

Schlechte Wartung, zu wenig Personal

Die konkrete Brandursache: Ein Vorfilter der Lufteinzugsanlage hatte sich selbst entzündet. Der fragliche Filter war schon seit fünf Jahren im Einsatz und es hatten sich darin zahlreiche Insekten angesammelt. An diesem Tag war überschüssige Wärme aus dem Enteisungssystem am Lufteinzug manuell abgelassen worden – ein Verfahren, dass nicht vorgesehen ist. Die Aufsichtsbehörde führte das Geschehen zurück auf mangelhafte Wartung des Filters, zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal sowie schlechte Führung. “Das war ein ernsthafter Zwischenfall”, so die Direktorin der Aufsichtsbehörde. Equinor erhielt nun eine Liste von Auflagen und Verbesserungsvorschlägen, die bis zum 1. Juni abgearbeitet werden müssen.

Löschung mit Salzwasser verursachte Schäden

Dass der Brand innerhalb von acht Stunden gelöscht werden konnte, ist vor allem drei Schiffscrews zu verdanken. Von den Schleppern Pax und Audax sowie von Esvagt Aurora, eigentlich die Bereitschaft für die Bohrinsel Goliat, wurde Seewasser auf das brennende Gebäude gespritzt. Dieses salzige Seewasser verursachte allerdings auch große Schäden, unter anderem an der Elektrik. Die Anlage und damit auch die Erdgasförderung im Feld Snøhvit ist immer noch nicht wieder in Betrieb. Equinor kaufte deshalb vor kurzem sogar russisches Flüssiggas von der Yamal-Halbinsel, um die Temperaturen in den Erdgasspeichern niedrig zu halten. Geplanter Neustart der Anlage auf Melkøya ist am 1. Oktober 2021.

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