Norwegen: Bergung der „Helge Ingstad“ hat begonnen

Norwegen. Vor knapp vier Monaten sank die norwegische Fregatte KNM Helge Ingstad im Hjeltefjorden nahe Bergen nach der Kollision mit einem Tanker. Nun hat die Bergung des 5000 Tonnen schweren Schiffes begonnen. Darüber berichtet NRK live.

Helge Ingstad

Die Schwimmkräne samt Fregatte auf dem Weg in eine geschützte Bucht. Foto NRK/TV2

Den ersten Schritt hat die Bergungsmannschaft bereits hinter sich: Die 134 Meter lange Fregatte hängt bereits aufrecht an den Ketten von insgesamt vier Kränen. Zwei Schwerlast-Schwimmkräne mit jeweils zwei Kränen vereinen hier ihre Kräfte, „Rambiz“ und „Gulliver“, beide vom belgischen Offshore-Unternehmen Scaldis. Das Deck der Fregatte ist auch schon wieder über Wasser. Geplant war, das Schiff auf einen speziell dafür präparierten Ponton zu setzten. Weil dafür ruhige Verhältnisse benötigt werden, bewegt sich der Verband aus Schwimmkränen und halb aufgetauchter Fregatte jetzt auf die andere Seite des Fjordes in eine geschützte Bucht 15 Seemeilen weiter. Im Laufe des Vormittags soll sie dort eintreffen. Ist die Fregatte dann sicher auf dem Ponton, soll sie zum nahen Marinestützpunkt Haakonsvern geschleppt werden. Kystverket, die Küstenschutzbehörde, begleitet die Aktion mit Drohnen, um Verschmutzungen zu erkennen. In der Fregatte befinden sich noch Waffen, die aber gesichert sein sollen,  und Treibstoff.

Problem Dünung

Begonnen hatte die Operation bereits am Dienstagmorgen. Weil die beiden Schwimmkräne koordiniert zusammenarbeiten müssen, war besonders Dünung gefürchtet. „Ein kleine Bewegung auf der Meeresoberfläche ist sehr viel größer an der Spitze des Krans, 100 Meter über dem Wasser“, so der Bergungsleiter zu NRK. Da Dünung aus Norden erwartet wird, wurde der Plan kurzfristig geändert und das Aufladen auf den Ponton soll nicht am Unglücksort, sonder bei Hanøytangen stattfinden. NRK streamt die gesamte Operation auf der Internetseite, dabei sieht man auch die vorhandene Dünung.

Ursache der Kollision weiter rätselhaft

Die KNM Helge Ingstad war nach der NATO-Übung Trident Juncture auf dem Rückweg nach Haakonsvern unterwegs, als sie mit dem Tankschiff Sola TS kollidierte, die gerade vom Terminal abgelegt hatte. Trotz eines ersten Untersuchungsberichtes bleibt die Ursache rätselhaft: Wie konnte die Brückenbesatzung der mit modernster Technik ausgestatteten Fregatte den 250 Meter langen Tanker übersehen?

(Letztes Update 28.2., 9.15 Uhr)

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