Nordischer Rat: Umweltpreis für den Ehrendoktor von Nólsoy

Der Umweltpreis des Nordischen Rates ging in diesem Jahr an Jens-Kjeld Jensen von den Färöer. Jensen ist mit seiner Begeisterung für die färöische Natur sowohl Forscher als auch Vermittler und wirbt für den Erhalt der Artenvielfalt. Die Preisverleihung fand virtuell statt, der Preis ist aber gegenständlich und wurde in Tórshavn übergeben. Auch neue Kulturpreisträger gibt es.

Jens-Kjeld Jensen

Jens-Kjeld Jensen bekam den Umweltpreis des Nordischen Rates in Tórshavn übergeben. Foto Jens Kristian Vang / norden.org

350 neue Arten dokumentiert, fünf Bücher und mehr als 500 Artikel geschrieben – der gebürtige Däne Jens-Kjeld Jensen zog 1970 nach Nólsoy und brennt für die Natur auf den Färöer. Jensen ist eigentlich Koch, hat sich aber durch sein Interesse für die Natur so großes Wissen erworben, dass die Universität der Färöer ihm die Ehrendoktorwürde verliehen hat. Er teilt es gern auf seiner Webseite, die er zusammen mit seiner Frau Marita Gulklett betreibt, bei Führungen für Kinder und Erwachsene oder in Publikationen. Zum Preis gehören eine Skulptur und 350 000 dänische Kronen (etwa 47 000 Euro). „Jens-Kjeld Jensens Beitrag zum Verständnis und zum Erhalt der Vielfalt in der färöischen Natur ist von unschätzbarem Wert, und er ist ein Beispiel dafür, wie viel ein echter Enthusiast für eine reichere Natur bewegen kann“ heißt es in der Laudatio. Seine Webseite www.jenskjeld.info ist auf Färöisch, Dänisch und Englisch.

Auch die Kulturpreise wurden in diesem Jahr virtuell verliehen, wie auch die gesamte Sitzungswoche des Nordischen Rates nicht auf Island, sondern digital stattfand.

Das sind die neuen Kulturpreisträger:

Fagerholm Bambi

Vem dödade Bambi?, der Roman der finnlandschwedischen Autorin Monika Fagerholm.

Literatur: Monika Fagerholm, Finnland, für das Buch „Vem dödade Bambi?“ (Wer tötete Bambi?) Dabei geht es um eine Gruppe gutsituierter Jugendlicher und die Folgen einer gemeinsam begangenen Vergewaltigung.  Das Buch ist einerseits Gesellschaftssatire, will aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass eine bessere Welt möglich wäre. Von der finnlandschwedischen Autorin ist bisher nichts ins Deutsche übersetzt worden.

Kinder-und Jugendliteratur: Jens Mattson, Autor, Schweden, und Jenny Lucander, Illustratorin, Finnland, für ihr Kinderbuch „Vi är lajon“ (ungefähr: Wir sind Löwen!). Darin geht es um zwei Brüder, von denen einer tödlich krank ist, und die im Spiel das Schwere vergessen können. Die Perspektive geht dabei konsequent von den Kindern aus.

Film: „Barn“ (Dt. Titel: Vorsicht Kinder), von Drehbuchautor und Regisseur Dag Johan Haugerud und Produzent Yngve Sæther, Norwegen. Ein Dreizehnjähriger hat Ärger. Der Film stellt die Frage, wie gut Eltern und Lehrer ihre Kinder eigentlich Kennen und ob es möglich ist, immer zu ihrem Besten zu handeln. Der Film ist auch bei den diesjährigen Nordischen Filmtagen digital zu sehen.

Musik: Sampo Haapamäki, Finnland für die Komposition „Konsertto neljäsosasävelaskelpianolle ja kamariorkesterille“ (Konzert für Vierteltonklavier und Kammerorchester). Haapamäki forscht und komponiert in Vierteltönen und hat auch das Klavier, auf dem er spielt, mit entwickelt.

Die Preise des Nordischen Rates im vergangenen Jahr:

Preise des Nordischen Rates: Greta Thunberg nimmt nicht an

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Färöer, Film, Finnland, Literatur, Musik, Norwegen, Schweden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.