Nextjet-Pleite: Sommer ohne Flüge nach Gällivare und Arvidsjaur

Schweden. Um die Flughäfen Gällivare (Lapland Airport) und Arvidsjaur wird es diesen Sommer sehr ruhig sein. Denn bis zum September wird es keine Flüge dorthin geben. Die Orte wurden bisher von der Gesellschaft Nextjet angeflogen, die am Mittwoch Konkurs angemeldet hat. Neue Interessenten gäbe es möglicherweise – doch das von der EU vorgeschriebene Verfahren dauert so lange. Darüber berichteten SVT und Sveriges Radio.

Nextjet

Nextjet bleibt am Boden.

Den Flughafen Arvidsjaur nutzten im vergangenen Jahr  57 760 Menschen. Über Gällivare flogen 26 706, dort gab es vergangenen Sommer einige Wochen lang nur eingeschränkten Verkehr wegen einer Landebahn-Erneuerung. Ohne die beiden Flughäfen wird der Weg ins Landesinnere Nordschwedens weit. Die Verkehrsbehörde versucht nun , als Ersatz zunächst den Busverkehr nach Kiruna, Luleå und Skellefteå zu organisieren, wo andere Fluglinien verkehren.

Vertreter der Kommunen und der Unternehmen sind damit nicht zufrieden. Zum einen steht die Tourismus-Hochsaison bevor. Und nach Gällivare kommen gerade viele Arbeitskräfte zusätzlich, weil dort im Zuge der Abwicklung von Malmberget extrem viel gebaut wird (siehe: Malmberget und Gällivare: Aus zwei mach eins). Das Bergbauunternehmen LKAB hatte in Malmberget außerdem eine große Maßnahme mit 600 zusätzlichen Kräften seit langem geplant, wie SVT berichtet. Gällivare hat zumindest noch eine Bahnverbindung nach Kiruna und Luleå, wenn auch nicht sehr häufig. Nach Arvidsjaur fährt nur die Inlandsbanan (siehe Reisen/mit der Bahn) aber auch erst im Hochsommer. 

Flughäfen

Flughäfen in Nordschweden und der finnischen Grenze. Karte mit Hilfe von stepmap

Insgesamt sind von Nextjets Pleite 21 Orte betroffen. Doch nicht alle trifft es so hart  wie Arvidsjaur und Gällivare. Für einige gab es bereits Ersatz durch andere Fluggesellschaften. Außer Arvidsjaur und Gällivare stehen zur Zeit auch die kleinen Inlandsflughäfen von Vilhelmina, Hemavan und Lycksele, etwas weiter südlich, still. Bei diesen könnte der Einsatz einer neuen Fluggesellschaft jedoch schneller gehen, da dies ohnehin Orte waren, die nur dank öffentlichen Zuschusses überhaupt angeflogen wurden. Ursprünglich hatte die Verkehrsbehörde auch die Verbindungen von Stockholm nach Arvidsjaur und Gällivare als so wichtig eingestuft, dass sie bezuschusst worden wären, wenn sich kein kommerzieller Betreiber gefunden hätte. Nextjet hatte sie jedoch ohne Zuschuss betrieben. Deshalb legt die EU hier strenge Regeln für die neue Vergabe des Auftrags an.

Mit dem Ende von Nextjet kam auch das Aus für Arctic Airlink. Diese Verbindung war die einzige, die die länderübergreifend die Zentren am Polarkreis direkt verband – Tromsø, Luleå und Oulu.

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