Neuer Erdbebenschwarm auf Reykjanes – bis Stärke 5,7

Island. Auf der Halbinsel Reykjanes hat gestern ein neuer Erdbebenschwarm begonnen. Der heftigste Stoß hatte laut dem meteorologischen Institut bisher die Stärke 5,7 und kam kurz nach 10 Uhr morgens. Bis gestern Abend gab es mehr als 1000 weitere, davon allein 60 stärker als 3. Als Folge gibt es Erdrutsche und Steinschläge in der Region.

Erdbeben Reykjanes 24 Feb

Erdbeben auf Reykjanes. Die grünen Sterne markieren Stöße, die stärker als 3 waren. Quelle Veðurstofa Íslands

Der erste starke Stoß dieser neuen Serie hatte 4,3 mit einem Zentrum östlich von Fagradalsfjall, gleich darauf kam der bisher stärkste mit 5,7 südlich von Keilir. Die folgenden Beben verteilten sich über ein großes Gebiet, auch die starken. So gab es einen Stoß von 4,9 nordöstlich von Reykjanestá und einen von 5,0 nördlich von Krýsuvík. Die meisten liegen in einem Bogen zwischen Kleifarvatn und Grindavík. Viele waren auch in der Hauptstadt zu spüren. Es wurden keine Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur gemeldet, aber in den Häusern fielen Gegenstände herab.

In dem Gebiet liegt auch die Blaue Lagune. Das Bad ist zwar zurzeit ohnehin nicht geöffnet, es waren jedoch Mitarbeiter vor Ort. Diese wurden nach Hause geschickt. Bei RÚV gibt es ein Video von herabgefallenen Steinen auf dem Weg zum Bad. Noch größere Steinschläge und Erdrutsche wurden vom Hubschrauber aus beobachtet, beispielsweise am Berg Þorbjörn bei Grindavík, am Keilir und am Kleifarvatn. Das Skigebiet Bláfjöll wurde gesperrt. Für die gesamte Region herrscht eine erhöhte Sicherheitsstufe.

Keine Anzeichen auf vulkanische Ursache

Erdbeben sind auf Reykjanes nichts Ungewöhnliches. Dort verläuft die Trennungszone zweier Erdplatten, und immer wieder entladen sich dort die Spannungen, die beim Auseinanderdriften der Platten entstehen. Ungewöhnlich ist allerdings, dass so viele starke Beben innerhalb so kurzer Zeit erfolgen, so die zuständige Fachfrau des meteorologischen Instituts, die nicht ausschließen will, dass auch noch größere kommen könnten. Bisher gebe es keine Anzeichen, dass das Beben vulkanischen Ursprungs ist, beispielsweise durch einschießendes Magma. Wissenschaftler haben Proben der austretenden Gase in den Thermalgebieten genommen und keine Veränderungen gefunden. Trotzdem wurde der Farbcode für die Luftfahrt über Reykjanes auf Gelb (unruhig) geändert. Immer noch auf Gelb steht auch der Bereich um den Grímsvötn.

Frühere Artikel zu Reykjanes:Island: Sammelt sich Magma im Svartengi-System auf Reykjanes?

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