MOSAiC: Schiffe-Treffen vor Longyearbyen

Spitzbergen. Das Forschungsschiff Polarstern ist vor Longyearbyen angekommen, wo „Maria S. Merian“ und „Sonne“ schon gewartet haben. Nun werden im geschützten Gewässer Mannschaft und Material ausgetauscht. Die Expedition MOSAiC wird fortgesetzt – trotz aller Hindernisse.

Mosaic Zwischenstand

Zwischenstand der Expedition MOSAiC: Blau ist die Driftstrecke, grau die unter Motor. Die Polarstern befindet sich aktuell vor Longyearbyen. Quelle: Screenshot aus dem MOSAiC-Blog

20 Tage lang hatte sich die Polarstern von ihrem ursprünglichen Drift-Platz an der Scholle bis zum Eisrand vorangekämpft. Zwar findet sich immer mehr junges und dünnes Eis in der Arktis – doch genau dieses letzte Stück auf der Etappe gehörte zu den ältesten Teilen, das im Frühjahr außerdem besonders dick ist. Der Eisrand selbst erwies sich als ziemlich deutlich, wie eine Teilnehmerin auf Twitter berichtet. Danach habe es kaum noch Eis gegeben. Longyearbyen wurde in der Nacht zu Donnerstag erreicht. Inzwischen liegen alle drei Forschungsschiffe vor dem Ort im halbwegs geschützten Adventfjord vor Anker, wie man auch auf Marine Traffic verfolgen kann. Der Austausch soll von Schiff zu Schiff auf dem Wasser vor sich gehen. Danach soll die Polarstern ins Eis zurückkehren und weiter Daten sammeln. Das Ende der Expedition ist für Mitte Oktober vorgesehen.

Abschottung von Spitzbergen zwang Expedition zur Planänderung

Die Corona-Krise hatte den ursprünglichen Plan der MOSAiC-Expedition bekanntlich umgeworfen. Ein Teamaustausch per Flugzeug von Spitzbergen aus, eigentlich bereits für April geplant, war nicht möglich. Spitzbergen war komplett abgeriegelt. So kam der Plan für das Schiffetreffen zustande, für das die Polarstern ihre Drift-Position verlassen musste. Um das Sars-CoV-2-Virus nicht auf die Polarstern zu schleppen, hatten sich die Teilnehmer der neuen Etappe vor dem Start in Bremerhaven bereits in Quarantäne begeben und wurden getestet. So blieben die beiden Schiffe mit dem neuen Team coronafrei.

Auf Spitzbergen hat sich die Situation inzwischen verändert: Seit dem 1. Juni dürfen norwegische Touristen wieder einreisen, sogar ohne Quarantäne. Für Ausländer, die dort nicht wohnen, ist Spitzbergen aber nach wie vor tabu.

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