Keine Chance mehr für Pilotwal Oskar in Harstad

Harstad (Norwegen). Über den jungen Pilotwal im Hafen von Harstad freuten sich die Menschen zunächst. Man rätselte aber darüber, warum er nicht einfach wieder hinaus aufs Meer schwamm. Inzwischen ist der Wal mangels Futter so geschwächt, dass er eigentlich keine Überlebenschance mehr hat. Für die Beteiligten stellt sich nur die Frage: Kann man ihn erlösen oder kann man nur zusehen? Darüber berichtete NRK

Pilotwal

Pilotwal (Archivbild)

Inzwischen schwimmt Oskar, wie ihn die Leute getauft haben, seit sechs Wochen im Hafen von Harstad und hat seitdem offenbar nichts oder nicht ausreichend Futter gefunden. Nach den bisherigen Einschätzungen ist er auch noch so jung, dass er vermutlich noch gesäugt wurde. Es wird nicht berichtet, ob es Versuche gab, ihn zu füttern.  Walforscher Audun Rikardsen von der Universität Tromsø vermutet allerdings, dass er tote Fische gar nicht annehmen würde.

Die Organisation Norwegian Orca Survey, die sich einst auch Beluga Hvaldimir angenommen hatte, hatte ursprünglich geplant, dem Pilotwal an Pfingsten aufs Meer hinaus zu helfen. Doch dazu kam es gar nicht, denn das Tier befindet sich bereits in einem schlechten Zustand und hätte auf dem Meer auch keine Chance mehr – selbst wenn er eine neue Walgruppe finden würde, der er sich anschließen könnte. In der Einschätzung der Chancen sind sich Norwegian Orca Survey, die Fischereibehörde und Rikardsen einig.

Der Natur ihren Lauf lassen

Norwegian Orca Survey empfahl, den Wal zu erlösen. Die Entscheidung darüber ist aber Sache der Fischereibehörde. Die beratende Tierärztin riet davon ab, auf den Wal zu schießen, solange er im Hafen schwimmt. Die Gefahr sei groß, dass man ihn nicht richtig treffe und er dann noch mehr leide. Deshalb bleibt zurzeit nichts anderes übrig als der Natur ihren Lauf zu lassen.

Früherer Artikel zum Thema: Rätsel um Pilotwal in Harstad: Warum verlässt er den Hafen nicht?

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