Island: Mindestens 80 Pferde im Schnee-Unwetter umgekommen

Island. Nach dem schweren Unwetter der vergangenen Woche am 10.und 11. Dezember wird langsam das Ausmaß der Schäden deutlich. Gestern waren immer noch nicht alle Stromleitungen repariert. Und voraussichtlich sind mehr als 80 Pferde dabei umgekommen. Das berichteten RÚV und RÚV English.

Islandpferde Sommer

Islandpferde zu besseren Zeiten.

Isländische Pferde leben meist das ganze Jahr über draußen. Sie sind eigentlich perfekt an das Inselklima angepasst und extrem genügsam. Doch der Schneesturm der vergangenen Woche brachte selbst diese Tiere an ihre Grenzen. Seit Jahrzehnten habe es nicht so viele tote Pferde nach einem Unwetter gegeben, sagte eine Tierärztin zu RÚV.  Medienbilder zeigten, wie Besitzer ihre Pferde unter dem Schnee ausgruben.  Sie waren von den Schneemassen einfach zugeweht worden. Aufgrund des Unwetter kamen die Besitzer auch zunächst nicht zu ihnen durch.  80 Pferde-Todesfälle waren gestern bereits bekannt. Viele Tiere sind außerdem extrem erschöpft und krank.

Es sei sehr schwierig, vor so einem Unwetter die richtigen Vorkehrungen zu treffen, so die Tierärztin. Um zu überleben, müssten die Pferde in guter körperlicher Verfassung sein und nicht hungrig. Vor dem Sturm hatte es Berichte über Bauern gegeben, die ihren Tieren extra noch Heu auf die Weide brachten. Von einem Unterstand als Schutz riet die Tierärztin eher ab, da sich dort der Schnee in Wehen ansammle. Die meisten Besitzer verfügen nicht über feste Ställe – und normalerweise kommen sie auch ohne aus. Am schlimmsten traf es Húnavatnssýsla in Nordwestisland, aber es starben Pferde im ganzen Land.

Stromversorgung: immer noch letzte Lücken

Nach wie vor gibt es Probleme mit der Stromversorgung, doch die Lücken schließen sich, wie man auf der Seite des isländischen Netzbetreibers RARIK sehen kann. In Dalvik am Eyjafjörður liefert das Küstenwachschiff Þor nach wie vor den Strom für den Ort. Das Schiff war zwar 2011 mit dieser Möglichkeit gebaut worden, doch es ist das erste Mal, dass man diese tatsächlich benötigte. Es stellt dem Ortsnetz 2 MW zur Verfügung.

Ein Jugendlicher verunglückt

Wie berichtet, starb auch ein 16-jähriger Jugendlicher bei dem Unwetter. Er hatte dabei geholfen, ein privates Kraftwerk am Fluss Núpa von Eis zu befreien, um es wieder in Gang zu bekommen. Dabei wurde er von einer plötzlichen Welle aus Eis und Schnee erfasst, und vom Fluss weggespült. Die Schollen hatten sich zuvor verkeilt und dann nachgegeben. Nach zwei Tagen Suche konnte nur noch seine Leiche geborgen werden.

Die Regierung berät bereits darüber, wie das Land besser vor Unwetterschäden gesichert werden kann.

Update 19.12.: Dalvik ist wieder am Netz, das Küstenwachschiff Þor kann wieder anderen Aufgaben nachgehen.

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