Helikopter gehoben – sieben Personen weiter vermisst

Spitzbergen. Der vor zehn Tagen auf Spitzbergen ins Meer abgestürzte russische Helikopter ist gehoben. An Bord fanden sich jedoch keine Personen. Sieben der acht Insassen werden also weiter vermisst. Eine Person ist bereits am Montag tot geborgen worden.

Die Maersk Forza zieht den Helikopter aus dem Wasser.

Die Maersk Forza zieht den Helikopter aus dem
Wasser. Foto: Polizei.

Der Helikopter war auf 209 Meter Tiefe zwei Kilometer vor Kap Heer geortet worden. Um ihn zu heben, musste erst ein Spezialschiff angefordert werden. Die „Maersk Forza“ traf in der Nacht zu Donnerstag auf Spitzbergen ein. Gegen 2 Uhr in der Nacht zum Samstag wurde das Helikopter-Wrack  aufs Schiff gehoben, berichtet die norwegische Havariekommission. Der Cockpit-Voicerecorder und demontierte GPS-Einheiten sollen nun zur Untersuchung nach Moskau gebracht werden. Der Flight Data Recorder wurde bisher nicht gefunden.

Alle Insassen des abgestürzten Mi 8 stammten aus Russland. Drei waren Forscher des russischen Institutes für Arktis und Antarktis, fünf Besatzungsmitglieder. Sie waren auf dem Rückweg von der verlassenen Siedlung Pyramiden nach Barentsburg gewesen.  Spuren zum Verbleib der sieben noch Vermissten, die vermutlich tot sind, gibt es kaum: Eine Schwimmweste, ein Schuh, eine Tasche und eine Jacke waren auf dem Meeresboden im Abstand von weniger als 100 Metern zum Helikopter gefunden worden, heißt es in einer Mitteilung der Inselverwaltung (Sysselmann). Weitere 24 Schwimmwesten seien an Bord, keine davon aktiviert. Üblicherweise befänden sich 25 Schwimmwesten an Bord dieses Helikoptertyps. Das hieße, dass kein Insasse eine trägt.

Helikopterwrack an Bord der Maersk Forza.

Helikopterwrack an Bord der Maersk Forza.
Foto: Havariekommission.

Um die übrigen Vermissten zu finden, wurde nun ein Driftversuch mit einer Puppe in Menschengröße gestartet. Dabei arbeiten das Meteorologische Institut, das Universitätszentrum auf Spitzbergen, Experten der Küstenwache, des Meeresforschungsinstitutes und weitere Einsatzkräfte zusammen. Laut Sysselmann haben Polizei, die Freiwilligen des Roten Kreuzes und das aus Russland eingeflogene Team inzwischen außerdem 200 Kilometer Strand abgesucht, einige Abschnitte auch mehrfach. Insgesamt seien dabei 152 Menschen im Einsatz gewesen. Die Strandsuche wird fortgesetzt, auch wenn die lange Dunkelheit dies erschwert. Die Sonne kommt auf Spitzbergen jetzt nicht mehr über den Horizont. Unter Wasser wird weiter mit ferngesteuerten Mini-U-Booten gesucht.

Neben der „Maersk Forza“ ist noch das Einsatzfahrzeug der Inselverwaltung, die „Polarsyssel“, die „G.O.Sars“ des Meeresforschungsinstitutes und das Küstenwachschiff „Barentshav“ vor Ort. Die norwegische Havariekommission untersucht den Fall. Repräsentanten der entsprechenden russischen Behörde sind ebenfalls dabei.

Frühere Berichte zum Absturz gibt es hier und hier.

 

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