Grönland: Weihnachts-Briefkasten zieht um

Grönland. Weihnachtspost ist harte Arbeit – vor allem, wenn man der Weihnachtsmann ist. Im grönländischen Dorf Uummannaq wird er zum Glück von Schulkindern unterstützt. Und nun ist auch der berühmte rote Briefkasten per Frachtschiff dorthin umgezogen. Das berichtet Politiken.

Briefkasten

Der Weihnachts-Briefkasten an seinem alten Standort in Nuuk. Foto Frank Seliger

Seit das dänische Fernsehen 1989 in Uummannaq die Weihnachtsserie „Nissebanden i Grønland“ drehte, ist für dänische und grönländische Kinder klar, dass der Weihnachtsmann unter dem markanten Felsen wohnt. Im Sommer können Touristen seine grün gestrichene Hütte besichtigen – ohne ihn anzutreffen, allerdings.

Für Post an den Weihnachtsmann stand bis vorige Woche in Ilulissat der große rote Briefkasten zur Verfügung – „nächste Leerung Weihnachten“.  Das Weihnachtspost-Business stand in Grönland bisher aber unter keinem guten Stern. Vor 2011 befand sich der Briefkasten in Nuuk. Insgesamt drei Mal versuchten Firmen, daraus ein Geschäft zu machen, jeweils ohne Erfolg.

Weihnachtspost als Tor zur Welt

Seit vier Jahren gibt es deshalb ein neues Modell: Wer Post an den Weihnachtsmann in Grönland geschickt hat (es gibt bekanntlich noch ein paar Filialen), erhält mit etwas Glück auch Antwort – nicht direkt vom Weihnachtsmann, dafür aber von einem echten grönländischen Schulkind aus dem Weihnachtsmann-Dorf. Uummannaq hat etwa 1300  Einwohner, davon besuchen rund 200 die örtliche Schule, die bis zur zehnten Klasse geht. Und seit vier Jahren beantworten die Ältesten im Rahmen des Unterrichts auch Weihnachtspost. Man habe diese Aufgabe aus pädagogischen Gründen übernommen – damit die Kinder erleben, dass die Welt größer ist als ihr Dorf, so ein Vertreter der Schule gegenüber Politiken.

Weihnachtsmann

Hütte der Weihnachtsmannes in Uummannaq im Sommer. Foto Thomas Christiansen

Die Menge an Post – trotz des elektronischen Zeitalters waren es zuletzt es immer noch 10 000 bis 15 000 Briefe – sind für die kleine Schule allerdings kaum zu bewältigen. Und so braucht es schon ein bisschen Glück, zu denen zu gehören, die Antwort bekommen. Ein leserlicher Absender ist außerdem hilfreich.

Nun soll auch der Briefkasten dorthin kommen, wo die Hütte des Weihnachtsmanns steht und seine Helfer die Schreibarbeit erledigen. Dazu wurde er auf das letzte Frachtschiff geladen, das Uummannaq voraussichtlich anläuft, bevor das Eis den Seeweg schließt. Da er etwas in die Jahre gekommen ist, soll er zunächst instand gesetzt werden, bevor er dann für den Gebrauch im kommenden Sommer aufgestellt wird. Weihnachtspost, die nicht rechtzeitig im roten Kasten gelandet ist, wird übrigens per Helikopter nach Uummannaq nachgeliefert.

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