Gasanlage Hammerfest soll am 27. Mai wieder starten

Hammerfest (Norwegen). Woher Gas nehmen, ohne zweifelhafte Regime reich zu machen? Eigentlich wollte Norwegens Staatskonzern Equinor ab dem 17. Mai wieder Flüssiggas aus der Barentssee liefern – es wäre in Europa sehr willkommen gewesen. Doch der Start der Anlage auf Melkøya vor Hammerfest verschiebt sich erneut. Zwar seien nun alle Schäden nach dem Brand 2020 repariert, doch das Hochfahren der Anlage dauere länger als geplant. Als neues Datum wird nun der 27. Mai genannt. Das meldete Reuters.

Melkøya

Gasanlage auf Melkøya vor Hammerfest.

Es war ein gewaltiger Brand am 28. September 2020 in der Flüssiggasanlage auf Melkøya, und ein noch gewaltigerer Sachschaden. Nicht nur das Feuer, auch das Löschen mit Seewasser hatte große Teile unbrauchbar gemacht. Entsprechend lange dauerte die Reparatur. Die Ursache steht inzwischen fest: Eine Kombination aus Wartungsversäumnissen und Bedienfehlern, die dazu führte, dass sich ein Filter entzündete. 180 Kilometer Kabel wurden nun ausgetauscht und 22 000 Komponenten kontrolliert.

Kleiner Fehler am Kompressor

Bei einer Kontrolle wurde ein kleinerer Fehler bei einem Kompressor entdeckt, meldete Equinor einen Tag vor der lange angekündigten Neustart. Zunächst war die Rede von einer Woche Verspätung. Nun hieß es jedoch, es müssten noch Tests mit dem Kompressor absolviert werden, berichtete Reuters. Als neues Startdatum wurde der 27. Mai genannt.

Melkøya steht für etwa 5 Prozent des norwegischen Gasexport-Kapazitäten. Das Gas wird über automatisierte Anlagen auf dem Meeresgrund gewonnen und über eine 143 Kilometer lange Rohrleitung nach Hammerfest gebracht. Die Flüssiggasanlage kann 18 Millionen Kubikmeter Gas am Tag produzieren. Sie wird selbst mit Gas betrieben und verursacht damit einen CO2-Ausstoß von 900 000 Tonnen jährlich. Eine Elektrifizierung ist geplant, würde aber enorme Mengen an Strom benötigen.

Norwegen hat bereits seine Gasproduktion aus anderen Quellen erhöht, um die gestiegene Nachfrage nach Gas nichtrussischer Herkunft decken zu können.

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