Färöer: Jahr 2018 ohne tödliche Verkehrsunfälle

Färöer. So eine Unfallstatistik hätte jedes Land gerne: Im Jahr 2018 gab es auf den Färöer keinen einzigen Verkehrstoten, meldet Kvf.fo. Das ist dort auch das erste Mal seit 50 Jahren. Glück und Zufall – oder doch das Ergebnis zielgerichteter Verkehrspolitik?

Straße Färöer

Typisch Färöer: Kurvige Straßen am Hang über dem Wasser, hier auf der Insel Kunoy. Foto Jan Steffen

Die Färöer sind ein kleines Land mit rund 51 000 Einwohnern auf 18 Inseln und ohne Autobahn. Viele Situationen, in denen es auf deutschen Straßen knallt, kommen dort gar nicht vor. Einspurige dunkle Tunnel, auch mal Schotterpisten an steilen Bergen und das Wetter des Nordatlantiks sind aber Herausforderungen, an die vielleicht die Einheimischen, aber nicht die Touristen gewöhnt sind, die immer zahlreicher kommen, gerne auch mit dem (Miet-)Auto. Im Vergleich mit anderen nordischen Ländern, umgerechnet als „tödlicher Verkehrsunfall pro 1000 Einwohner“, sahen die Färöer in der Vergangenheit nicht immer gut aus. Eine solche Statistik hat der Rat für Verkehrssicherheit (Ráðið fyri Ferðslutrygd) auf seinen Internetseiten veröffentlicht.

Beim Hochrechnen sehr kleiner Zahlen ist Statistik aber mit Vorsicht zu genießen. Seit der Einführung der Gurtpflicht auf den Färöer 1986 liegen die die tödlichen Unfälle im einstelligen Bereich. Der Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre (1998-2017) anhand der Zahlen von  Hagstova ergibt 3,25 Opfer pro Jahr, obwohl die Zahl der Autos deutlich zugenommen hat. Die Zahl der Verletzten bei Unfällen liegt meist um die 30. Diese ist für das vergangene Jahr noch nicht veröffentlicht.

Grenze für Alkohol 0,2 Promille

Der Rat für Verkehrssicherheit zählt auf, welche Entwicklungen den Straßenverkehr sicherer gemacht haben: Neben der Gurtpflicht war dies ein besserer Ausbau der Straßen, aber auch die Senkung der Promillegrenze für Alkoholkonsum. Seit 2009 liegt sie sogar bei 0,2 Promille, wie in Norwegen und Schweden. Dänemark erlaubt weiter 0,5 Promille.  Und bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ist der Führerschein schnell weg.  Nach Umfragen sinkt auch die Zahl derer, die während der Fahrt verbotenerweise ihr Handy („fartelefon“) nutzen.

Touristen müssen sich neben Tunneln und schmalen Straßen auf den Färöer auch an vierbeinige Verkehrsteilnehmer gewöhnen, die grundsätzlich Vorfahrt haben.  Zur ihrer Vorbereitung gibt es ein Video der Verkehrsbehörde:

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