Corona in Norwegen: Lokale Maßnahmen für Hotspot Tromsø

Tromsø (Norwegen). Déjà-vu in Tromsø: Die Maskenpflicht soll zurückkommen, Veranstaltungen beschränkt und Gastronomie wieder reguliert werden. Troms og Finnmark ist gerade die Region mit der höchsten Inzidenz in Norwegen, und besonders viele sind es in Tromsø – auch wenn sich niemand erklären kann, warum. Deswegen sind dort nun lokale Maßnahmen geplant. Darüber berichtete NRK.

Tromsø

Tromsø

Mehr als 1400 Neuinfizierte an einem Tag wurden zuletzt in Norwegen registriert. Norwegen liegt bei einer Wocheninzidenz von 159 pro 100 000 Einwohner, die Fälle sind allerdings sehr ungleich verteilt. Die Regierung verfolge die Situation aufmerksam zusammen mit den Gesundheitsbehörden, so die neue Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol (Arbeiderpartiet) laut NRK. Es gebe noch keine Notwendigkeit für neue landesweite Maßnahmen, aber es sei Zeit, die Ärmel wieder hochzukrempeln. „Wir vertragen nun mehr Ansteckungen, weil so viele geimpft sind, aber wir sind nicht hundertprozentig geschützt.“ 87 Prozent der über 18-Jährigen und 69 Prozent der Gesamtbevölkerung sind voll geimpft.

Hotspots Tromsø und Trondheim

In Tromsø und Trondheim gab es schon Ende Oktober erste, etwas unterschiedliche lokale Empfehlungen , um das Virus besser auf Abstand zu halten. Tromsø will nun kommende Woche wieder verbindliche Maßnahmen einführen wie die Maskenpflicht in bestimmten Situationen, eine Obergrenze für Veranstaltungen von 100 Personen, Reservierungspflicht für Restaurants und die Aufforderung, zu Hause zu arbeiten. Ergänzt wird dies mit Empfehlungen zur Kontaktreduzierung, Abstand und dem Verzicht auf Veranstaltungen. Auch Oslo hat hohe Zahlen. VG meldet, das Universitätskrankenhaus verschiebe einen Teil der geplanten Operationen. An der Krankenhausbelastung sei aber nicht nur Covid-19, sondern auch das RS-Virus schuld.

Schweden ruhiger, hohe Fallzahlen in Dänemark

Norwegen hatte den Großteil seiner Corona-Maßnahmen am 25. September aufgehoben, am 29. September folgte Schweden. In Schweden ist die Lage noch ruhiger – es ist aktuell das Land im Norden mit der geringsten Virusverbreitung bei einer Wocheninzidenz von rund 55 Fällen pro 100 000 Einwohner. Nach einer langen sehr stabilen Phase auf niedrigem Niveau gab es zuletzt einen leichten Anstieg an Infizierten und Krankenhauspatienten. In Finnland, wo noch einige Maßnahmen in Kraft sind, liegt die Wocheninzidenz bei 85 pro 100 000. In Dänemark, das bereits am 10. September die meisten Beschränkungen abgeschafft hat, haben einige Orten ebenfalls lokale Maßnahmen eingeführt. Zurzeit wird wieder über die Einführung nationaler Maßnahmen diskutiert, nachdem die Infiziertenzahlen und auch der Bedarf an medizinischer Hilfe deutlich gestiegen sind. Die Wocheninzidenz liegt bei 222 Fällen pro 100 000 Einwohner (Zahlen laut vg.no). 

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