Alta, Norwegen: 96 000 tote Zuchtlachse durch Chloraustritt

Alta (Norwegen). Bei einem Unfall in der Lachsschlachterei in Alta sind 15 000 Liter Chlor ins Meer gelaufen. 96 000 Zuchtlachse, die in Gehegen davor untergebracht waren, starben durch den Chloraustritt. Die Ursache für den Unfall ist noch nicht bekannt. Die Folgen für die Natur in der Umgebung werden untersucht. Darüber berichtete NRK.

Altafjord

Altafjord

Betreiber der Anlage ist Grieg Seafood. Das Unternehmen betreibt Lachaufzucht und -Verarbeitung. Die 96 000 Zuchtlachse hätten in nächster Zeit geschlachtet werden sollen und waren deshalb in der Nähe der Anlage in Simanes am Altafjord in Gehegen untergebracht. Die toten Tiere müssen nun entsorgt werden und werden nicht mehr als Nahrungsmittel verkauft. Laut Grieg Seafood handelt es sich insgesamt um 430 Tonnen Fisch. Das Unternehmen hat das Institut Akvaplan Niva damit beauftragt, die Folgen für die Umgebung zu untersuchen. Erwartet wird nur ein Effekt in der näheren Umgebung, da das Chlor sich schnell verdünnt und abgebaut wird.  Für die Tiere, die eine große Konzentration abbekamen und nicht flüchten konnten, so wie die Zuchtlachse in den Gehegen, sei Chlor allerdings tödlich, so ein Professor gegenüber NRK.  Normalerweise wird das Chlor in der Schlachterei zur Desinfektion verwendet. 

Wildlachs contra Zuchtlachs

Bei Alta mündet der Altaelv ins Meer. Fluss und Fjord sind offiziell als nationale Lachsgewässer geschützt – und damit ist der wilde Atlantiklachs gemeint, der dorthin zurückkommt, um zu laichen. Den Freunden des Wildlachses sind die Zuchtanlagen schon deshalb ein Dorn im Auge, weil sich dort die Lachslaus und andere Krankheiten so gut entwickeln können, und weil  sie den Zustand des Bestandes durch ausbrechende Zuchtlachse gefährdet sehen. Den Unfall in der Schlachterei nahm der Vertreter der Lachsfischerei von Alta zum Anlass, um eine Verlegung der Anlage zu fordern, damit Unfälle dort keine Auswirkungen auf die geschützten wilden Lachse habe.

Unerwünschter Buckellachs

Auch von anderer Seite ist der Atlantiklachs an der norwegischen Küste bedroht: Der pazifische Buckellachs, einst in auf der Kolahalbinsel ausgesetzt, hat sich nun auch nach Norwegen verbreitet. In diesem Jahr waren es so viele wie noch nie. Lachsfreunde verbrachten viele Stunden damit, den unerwünschten Zuwanderer aus den Flüssen der Finnmark zu holen. Nicht immer gab es eine sinnvolle Verwendung für den Fisch, der in Russland als guter Speisefisch gilt.

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