Agentenaustausch Russland-Litauen: Auch Frode Berg ist frei

Russland/Litauen/Norwegen. Der Norweger Frode Berg ist nach fast zwei Jahren Haft in Russland begnadigt und entlassen worden. Er war dort wegen Spionage verurteilt worden. Seine Freilassung war Teil eines Agentenaustauschs, an dem auch Litauen beteiligt war. Darüber berichteten NRK und TASS.

Justiz

Justitia in der Moskauer U-Bahn. Foto: Eliane Meyer/ Pixabay

Der ehemalige Grenzinspektor aus Kirkenes an der russischen Grenze war am 5. Dezember 2017 in Moskau verhaftet worden. Der Vorwurf: Spionage. Konkret soll er daran beteiligt gewesen sein, Informationen über die Nordflotte zu beschaffen. Freunde in Norwegen hielten dies zunächst für einen Irrtum. Im April 2018 gingen seine Anwälte an die Öffentlichkeit und berichteten, Frode Berg habe für den norwegischen Nachrichtendienst Kurieraufträge ausgeführt. Das erklärte auch die 3000 Euro in bar, die er bei seiner Festnahme bei sich hatte. Im April 2019 wurde er zu 14 Jahren Straflager verurteilt. Er wurde allerdings nicht verlegt, was lange das einzige Zeichen dafür war, dass im Hintergrund Verhandlungen vor sich gingen. Die norwegische Regierung hatte den Fall die ganze Zeit nicht kommentiert. In der Zwischenzeit wurde auch bekannt, dass Bergs Festnahme keineswegs ein Zufallstreffer war. Der norwegische Nachrichtendienst war in eine Falle gelockt worden.

Agentenaustausch zwischen Russland und Litauen machte den Weg frei

Der übliche Weg, um enttarnte Spione wieder nach Hause zu bekommen, ist ein Austausch. Norwegen hatte allerdings keinen russischen Spion, jedenfalls keinen, dem man etwas nachweisen konnte. Nato-Partner Litauen hatte allerdings gleich zwei, wobei auch zwei Litauer in Russland saßen. Um den Agentenaustausch durchzuführen, verabschiedete Litauen ein entsprechendes Gesetz, das die Begnadigung von Spionen erlaubte. Nachdem der litauische Präsident die beiden russischen Spione in Litauen begnadigt hatte, war der Weg frei für den Austausch mit den beiden Litauern und dem Norweger. Dafür war ebenfalls eine Begnadigung notwendig. Frode Berg und die beiden Litauer kamen gestern in Litauen an. Berg befand sich gestern Abend an „einem sicheren Ort“ in Litauen und dankte in einem Facebook-Video für die Unterstützung.

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