14 Jahre Haft für den Kurier aus Kirkenes

Russland/Norwegen. Der 63-jährige Norweger Frode Berg ist in Moskau zu 14 Jahren Haft wegen Spionage gegen Russland verurteilt worden. Er und seine Anwälte hoffen nun darauf, dass es eine politische Lösung geben wird und er die Strafe nicht wirklich absitzen muss. Darüber berichteten NRK und TASS.

Justiz

Justitia in der Moskauer U-Bahn. Foto: Eliane Meyer. Pixabay

Berg ist ein ehemaliger Grenzinspektor aus Kirkenes an der norwegisch-russischen Grenze. Am 5. Dezember 2017 war er vom russischen Geheimdienst FSB in Moskau wegen Spionage festgenommen worde. Dabei fand man bei ihm nicht nur 3000 Euro in bar, sondern auch geheime Dokumente. Berg gab schließlich zu, als Kurier für den norwegischen Nachrichtendienst tätig gewesen zu sein – allerdings sei ihm die Tragweite seiner Aufträge nicht bewusst gewesen. Deshalb erklärte er sich auch für unschuldig angesichts des Spionage-Vorwurfs. Konkret ging es dabei um U-Boote der Nordflotte. Die russische Staatsanwaltschaft nahm ihm die Naivität nicht ab und forderte 14 Jahre im Hochsicherheits-Straflager. Dem folgte das Gericht.

Solberg traf Putin beim Arktischen Forum

Berg und seine Anwälte setzen ihre Hoffnung darauf, dass Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg ihr 40-Minuten-Einzelgespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande des Arktischen Forums vergangene Woche auch dafür genutzt hat, eine Lösung zu verhandeln. Bis dahin hatte es nie eine Stellungnahme der Regierung dazu gegeben. Auch nach dem Gespräch erklärte Erna Solberg lediglich, sie gebe dazu keine Auskunft – im Interesse Frode Bergs.  „Für Norwegen ist das eine ziemlich peinliche Sache“ , meint Arne O. Holm, Chefredakteur von High North News.

Hoffnung  auf Begnadigung oder Auslieferung nach Norwegen

Die norwegische Presse hatte in dem Fall intensiv gegraben. Ein NRK-Journalist fragte beim Arktischen Forum Putin vor laufender Kamera nach Berg – und ob er ihn begnadigen werde. Putin sagte dazu, er könne niemanden begnadigen, der noch nicht verurteilt sei. Dieses Urteil ist nun gefallen und muss noch für Berg ins Norwegische übersetzt werden. Bergs Anwalt Ilja Nowikow erklärte aber bereits, sein Mandant werde es nicht anfechten. Soll der 63-Jährige nicht bis ins hohe Alter in einem russischen Straflager verbringen, kann er nun nur auf Auslieferung nach Norwegen oder die Begnadigung durch den Präsidenten hoffen. Die dritte Option,  der Spionen-Austausch, dürfte daran scheitern, dass Norwegen keinen passenden Kandidaten zu bieten hat – vielleicht aber ein anderes NATO-Land.

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