Zu warm, zu nass – extremes Juli-Wetter in Nordnorwegen

Norwegen. Zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken – der Juli 2022 in Norwegen war von Wetterextremen geprägt,  die je nach Region unterschiedlich ausfielen. „Zu warm“ waren dabei die Finnmark und Spitzbergen. „Zu nass“ trifft auf fast die komplette Westküste zu. Im Durchschnitt hatte Norwegen 30 Prozent mehr Niederschlag als in einem „normalen“ Juli der Referenzperiode 1991-2020. Das meldete das norwegische meteorologische Institut in seiner Monatsübersicht.

Wollgras Wasser

Feuchter Sommer.

Den Regen, der in Mittel- und Nordnorwegen fiel, hätten andere gerne gehabt. Es war sogar so viel, dass die Wasserkraftwerke in Mittelnorwegen das Wasser teilweise ablassen musste, wie NRK berichtet. Die Strompreise waren in dieser Region zeitweise extrem billig – während das trockene Südnorwegen zähneknirschend höhere Preise zahlen musste. Die nassesten Orte im Juli in absoluten Zahlen:

  • Gullfjellet (Bergen, Vestland) 388,2 mm
  • Brekke i Sogn (Gulen, Vestland) 357,6 mm
  • Lurøy (Lurøy, Nordland) 349,5 mm

Wärme und Nässe in Nordnorwegen

In Troms og Finnmark gab es sechs Temperaturrekorde im Juli, fast alle am Anfang des Monats, als sich die Hitzewelle von Ende Juni fortsetzte. Während der landesweite Temperaturdurchschnitt im Juli 0,3 Grad unter Normal liegt, einzelne Gegenden sogar tiefer darunter, hatte die Finnmark zwei bis drei Grad darüber.

Im selben Monat hatten Nordland,  Troms und Finnmark auch zehn neue Niederschlagsrekorde. Einige Stationen hatten dreimal so viel wie normal. Seit dem Jahr 1900 habe Nordnorwegen nur einmal einen nässeren April gehabt, so ein Meteorologe zu NRK. Die Ursache sieht er in einer Mischung aus gewöhnlichen Schwankungen und Klimawandel.

Pilzesammler sehen der Saison dank der Feuchtigkeit aber optimistisch entgegen, meldet NRK.

Zu warm auf Spitzbergen

Wie schon der Juni war auch der Juli auf Spitzbergen „zu warm“. Der Flughafen Longyearbyen auf 78 Grad Nord hatte eine Durchschnittstemperatur von 9,3 Grad, das sind 2,3 über normal. Der wärmste Tag dort war der 16. Juli, wo es auf dem Flughafen 18,2 Grad hatte. Auch Ny Ålesund, Bjørnøya, Hopen und Jan Mayen waren mindestens ein Grad wärmer als normal.

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Hitzewelle am Polarkreis: Zahlreiche Juni-Rekorde gefallen

Bilder aus Nordnorwegen, von Andøya (ohne Regen), gibt es auch in der aktuellen Galerie

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