Island. In diesem Jahr wird es wohl nichts mehr mit einem weiteren Vulkanausbruch auf Reykjanes. Auf den Halbinsel ist kaum seismische Aktivität zu messen. Langsam, aber stetig hat sich jedoch wieder das Land am Messpunkt Svartsengi gehoben, was darauf hindeutet, dass die Magmakammer darunter sich weiter gefüllt hat.

Ungewöhnliche Ruhe auf Reykjanes: Die Karte verzeichnet kaum seismische Aktivitäten. Quelle Veðurstofa Íslands
Ob und wann der Vulkan an der Kraterreihe Sundhnúksgígar sich nach neun Ausbrüchen in zwei Jahren noch einmal rührt, kann aktuell niemand sagen. „Wir warten“, sagt eine Vertreterin des isländischen Wetterdienstes, der auch für Naturgefahren zuständig ist, zu RÚV. Der Vulkanausbruch könne aber auch innerhalb kurzer Zeit ohne große Vorzeichen starten.
Nach den bisherigen Messungen des Wetterdienstes sammelt sich die Lava langsam, aber stetig. Laut der Vulkan- und Naturgefahrengruppe Südisland hat sich das Land schon zehn Zentimeter höher gehoben als vor dem Ausbruch im Juli. Die Gruppe geht davon aus, dass sich inzwischen 18 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt haben – eine Menge, die zu anderen Zeiten schon für Ausbrüche gereicht hat. Die Schwelle dafür ist tendenziell aber immer höher geworden.
Unruhiger Öræfajökull

Vatnajökull, mit seismischer Aktivität am Öræfajökull (unten Mitte) und Bárðarbunga im nordwestlichen Bereich. Quelle Veðurstofa Íslands
Etwas Unruhe gab es gestern am Öræfajökull. Dort bebte die Erde mehrfach, der stärkste Erdstoß davon hatte 2,9. Inzwischen hat sich die Lage dort wieder beruhigt. Im Herbst 2017 sah es eine Zeit lang so aus, als stünde ein Ausbruch bevor, und es wurden Evakuierungspläne vorbereitet. Der Vulkan beruhigte sich aber wieder.
Das stärkste Erdbeben des auslaufenden Jahres gab es Ende Oktober beim Bárðarbunga mit 5,3 – jenes Vulkansystem, das beim Ausbruch 2014/2025 das riesige Lavafeld Holuhraun produzierte, aber auch immer mal wieder mit heftigen Erdstößen auf sich aufmerksam macht, ohne dass direkt etwas darauf folgt.
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