Streik in Reykjavík: keine Kita, keine Müllabfuhr

Reykjavík (Island). In Reykjavík sind die Mülltonnen voll und die Kindergärten leer. Seit mehr als zehn Tagen sind die Angestellten der Stadt, die in der Gewerkschaft Efling organisiert sind, im Streik: Sie arbeiten sonst in den Kitas, bei der Müllabfuhr,  im Sozialdienst oder beim Winterdienst. Ein Ende ist nicht in Sicht. Update: 2.3.: Um die Coronavirus-Ausbreitung zu erschweren, unterbrechen die Müllwerker ihren Streik und leeren die Hausmüll-Tonnen diese Woche.

Bankastræti

Reykjavik (Archivbild).

Die Verhandlungspartner sind weit voneinander entfernt. Während die Stadt Reykjavík der Meinung ist, ein gutes Angebot gemacht zu haben, äußerte sich die Gewerkschaft enttäuscht. In dem Streik geht es zum einen um Lohnerhöhungen und Zuschläge für eine Gruppe, die wenig verdient, aber wichtige Arbeit leistet, zum anderen um bessere Bedingungen. Der erste Warnstreik war bereits am 4. Februar, danach folgten weitere. Seit dem 17. Februar ist Efling im unbefristeten Streik. Efling hat rund 1850 Mitglieder, die bei der Stadt Reykjavík angestellt sind, etwa 1000 davon in Kitas. Unter den Mitgliedern ist die Zustimmung dazu hoch. Zumindest nach einer Umfrage von Efling ist auch das Verständnis dafür in der Bevölkerung hoch.

RÚV zeigt Bilder von zugeschneiten Wegen, die nicht geräumt wurden, und vollen Mülltonnen. Geschäftsleute am Laugavegur haben die vollen öffentlichen Mülltonnen dort inzwischen eigenhändig versiegelt, damit Leute gar nicht erst auf die Idee kommen, noch irgendetwas da hineinzuquetschen, das dann nur auf den Boden fällt.  Zurzeit laufen bei Efling Abstimmungen für Streiks in anderen Gemeinden und für Sympathiestreiks. Eine weitere Gewerkschaft, die ebenfalls kommunale Angestellte als Mitglieder hat, droht zudem ebenfalls mit Streik, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Auch in Finnland werden weiter  Tarifverhandlungen geführt. Die für den Export so wichtige Papierbranche und die Forstindustrie haben sich jedoch inzwischen auf ein Ergebnis geeinigt. Darum ging es: Finnland: 70 Papier- und Zellulosefabriken werden bestreikt

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