Soldatin bei Militärübung in Nordschweden tödlich verunglückt

Schweden. Seit vergangener Woche üben 10 000 Soldaten aus Schweden, Finnland, Norwegen, Großbritannien und den USA gemeinsam in Nordschweden. Das Manöver heißt „Northern Wind“. In der Nacht zum Montag gab es dabei einen tödlichen Unfall: Eine im Zelt getarnte Soldatin wurde von einem Panzer überfahren. Darüber berichtete SVT.

Panzer

Stridsfordon 90 (Archivbild). Foto: Mats Carlsson Försvarsmakten

Das Szenario für Northern Wind: Jemand versucht, Nordschweden zu überfallen. Die Rolle des Angreifers übernehmen die norwegischen Teilnehmer, verstärkt durch Amerikaner und Briten. Die schwedische Verteidigung hat Unterstützung aus Finnland. Das Übungsgebiet liegt parallel zur E 4 etwas im Inland, östlich und westlich von Överkalix. Verschiedene Abläufe sollen dabei praktisch trainiert werden, insbesondere die Zusammenarbeit mit Finnland und der Umgang mit winterlichen Bedingungen – es liegt dort immer noch viel Schnee. Schweden und Finnland sind nicht in der NATO, üben aber immer wieder gemeinsam mit NATO-Mitgliedern.

Zelt war gut getarnt

In der Nacht zum Montag kam es dabei zu einem Unfall, dessen bisher bekannten Verlauf Försvarsmakten, das schwedische Militär, so schildert: Ein Erkundungszug sei nach einem Zusammenstoß mit dem „Gegner“ auf dem Rückzug gewesen und sollte sich neu sammeln. Ein Panzer, ein Stridsfordon 90, sei dabei etwas abseits der Straße in ein Gehölz gefahren. Genau dort hatte allerdings sich allerdings ein fünfköpfiger Aufklärungstrupp gut getarnt zum Beobachten des „Gegners“ positioniert, was diesem Zug nicht bekannt gewesen sei. Die Panzerbesatzung habe zwar zur besseren Sicht die Luken geöffnet, sei aber erst durch Rufe von außen auf den Unfall aufmerksam geworden. Das Zelt, in dem die Soldatin lag, sei klein und unter Schnee verborgen gewesen. Laut Försvarsmakten kamen sämtliche Beteiligten aus Schweden. Die Soldatin war Jahrgang 1977 und gehörte zu einer Aufklärungskompanie der Reserve.

Das Manöver wurde zunächst unterbrochen. Der Oberbefehlshaber  äußerste sein Bedauern und kündigte eine Untersuchung zur Ursache an. Nach einer Pause wurde die Übung fortgesetzt und soll noch bis morgen dauern.

Vor zwei Jahren gab es ebenfalls einen tödlichen Unfall bei einem Wintermanöver in Nordschweden: Damals war ein Kettenfahrzeug ins Eis eingebrochen, ein Besatzungsmitglied konnte sich nicht mehr retten.

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