Russische Eisdrift-Forschungsplattform jetzt im Wasser

Russland. Der „Nordpol“ schwimmt jetzt – die neue russische Forschungsplattform, die speziell für die Drift im arktischen Eis gebaut wurde. Sie befindet sich aber noch bei der Werft in St. Petersburg, wo sie fertig ausgestattet wird. Nach dem Zeitplan soll die „Sewerny Poljus“ (Северный полюс), zu deutsch Nordpol, im Jahr 2022 den Betrieb aufnehmen.

Sewerny Poljus

Sewerny Poljus – der driftende Nordpol. Foto Admiralitätswerft St. Petersburg

Zur früheren russischen und sowjetischen Polarforschung gehörten regelmäßig Eisdriftstationen, die auf Eisschollen aufgebaut wurden und auf denen die Wissenschaftler monatelang unterwegs waren und Daten sammelten. Aus bekannten Gründen ist diese Art der Forschung nicht mehr möglich – wie auch jüngst die Bilder und die Berichte der Expedition MOSAiC zeigten. Im Frühjahr 2018 gab das russische meteorologische Institut Roshydromet deshalb den Auftrag für eine schwimmende Forschungsplattform an die Admiralitätswerft in St. Petersburg. Die Plattform soll bis zu zwei Jahren autonom im Eis bleiben können und Wissenschaftlern eine sichere Basis für ihre Messungen bieten.

Bis zu zwei Jahre autonom im Eis

Die Form der 83 Meter langen Sewerny Poljus ist auf die Eisdrift ausgerichtet und deshalb äußerst ungewöhnlich – das bisher einzige Schiff dieser Art. Es wird sich jedoch auch selbst fortbewegen können. An Bord befinden sich Unterkünfte und Arbeitsräume für eine 14-köpfige Crew und 34 Personen wissenschaftliches Personal. Auf der Helikopterplattform können mittelgroße Transporthubschauber landen. Das Pionierprojekt verzögerte sich, offenbar aufgrund des Treibstoffsystems, und teurer als geplant wird es auch – laut Barents Observer soll es nun umgerechnet mehr als 120 Millionen Euro kosten.

Keine stabilen Schollen mehr

Die erste Eisdriftstation war 1937 eingerichtet worden. Seitdem hatte es rund 40 Expeditionen gegeben. Es wurde aber zuletzt immer schwieriger, Schollen zu finden, die ausreichend stabil waren. Das Programm wurde aufgegeben – die schwimmende Plattform soll übernehmen. 

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Eisdrift-Plattform statt Scholle für russische Forscher

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