Norwegische Firma meint: Lachszucht ohne Lachslaus ist möglich

Norwegen. Die Lachslaus ist eines der großen Probleme der Lachszucht. Sie verbreitet sich schnell in den Gehegen, sie geht auch auf den Wildlachs über und die Bekämpfungsmethoden sind schädlich für die Umgebung. Ein Unternehmen in Brønnøysund scheint das Rezept dagegen gefunden zu haben: dichte Gehege und Wasser aus der Tiefe. Darüber berichtete NRK.

Lachszucht

Lachszucht in Nordnorwegen (nicht das im Artikel erwähnte Unternehmen). Foto Dagmar Hemmie

Das Vorkommen der Lachslaus steuert in Norwegen heute schon in gewisser Weise, wie viel Lachs, Forelle oder Regenbogenforelle produziert werden darf. Über ein Ampelmodell werden die 13 Küstenabschnitte klassifiziert. Wird ein Gebiet wegen eines hohen Lachslausbefalls als „rot“ eingestuft, muss die Menge reduziert werden. Bei „grün“ ist auch eine Ausweitung erlaubt. Über weitere Verschärfungen der Auflagen wird diskutiert. Es gibt verschiedene Ansätze, die Lachslaus zu vermeiden. Ein Projekt war „Havfarm“, die hofften, weiter abseits vom Land werde die Lachslaus weniger zum Problem. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Anlagen komplett an Land auch für erwachsene Fische werden immer wieder diskutiert und teilweise auch gebaut, haben aber andere Probleme.

Keine Lachslaus in 15 Meter Tiefe

Das Unternehmen Akvafuture in Brønnøysund wirbt damit, keine Lachsläuse zu haben. Das Rezept: Die Lachse schwimmen in komplett dichten Gehegen. Dadurch wird außerdem verhindert, dass Fische entweichen und den Bestand der Wildlachse bedrohen. Das Wasser wird aus Tiefen unter 15 Meter in die Gehege gepumpt, Denn Lachsläuse, so ein Firmenvertreter zu NRK, kämen nur in den oberen Wasserschichten vor. Die Firma sei inzwischen von der Auflage befreit, Lachsläuse zu zählen, weil es einfach keine gebe.

Norwegen ist das Land mit der weltgrößten Produktion an Zuchtlachs. 2019 sind 1,4 Millionen Tonnen Lachse in norwegischen Gehegen herangewachsen. Zu den Nebenwirkungen zählen Verunreinigungen der Fjorde durch Exkremente, Medikamente und Chemikalien sowie die Gefährdung des Wildlachsbestandes durch entweichende Fische.

Früherer Artikel zum Thema:

Alta, Norwegen: 96 000 tote Zuchtlachse durch Chloraustritt

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