Nordische Filmtage in Lübeck: Programm jetzt online

Lübeck. Nach der Buchmesse in Frankfurt mit Ehrengast Norwegen naht der nächste Höhepunkt für Freunde des Nordens in Deutschland: die Nordischen Filmtage in Lübeck, vom 29.Oktober bis zum 3. November. In den sechs Tagen werden 196 Filme gezeigt – sogar Spielfilme von Grönland und den Färöer. Das Programm ist jetzt online, der Kartenvorverkauf beginnt am 26. Oktober.

Esmar (Rudi Køhnke) aus „Der Sohn des Vogelfängers“, Foto Andreas Troedsson/ Anders Birkeland

Zur Eröffnung des traditionsreichen Festivals gibt es die Deutschlandpremiere von „Feuer und Flamme“ (original: Eld och Lågor), der Geschichte des Stockholmer Freizeitparks Gröna Lund und seines Konkurrenten in den 1940er Jahren. Dabei ging es keineswegs immer vergnüglich zu, denn die die Besitzerfamilien waren verfeindet. Diese Romeo- und Julia-Geschichte aus dem Jahrmarktsmilieu beruht auf einer wahren Begebenheit.

Zusätzlich zu den traditionellen Sälen wird es auch wieder ein Fulldome-Kino für 360-Grad- und VR-Filme auf dem Klingenberg geben. Die neue Variante bietet 120 Plätze, mehr als die frühere. Schwerpunktthema ist „Wasser“.

Ungewöhnliche Orte und bekannte Namen

Zu den ungewöhnlichen Beiträgen des Festivals gehört  „Anori“, der Spielfilm der grönländischen Multitalents Pipaluk Kreutzmann Jørgensen. In der Hauptrolle ist die grönländische Sängerin und Schauspielerin Nukâka Coster-Waldau zu sehen. Die unglückliche Liebesgeschichte spielt zwischen Mythen und Realität sowie zwischen grönländischer Natur und New York.

Viel Natur von den Färöer, aber auch die patriarchalischen Zwänge des 19. Jahrhunderts zeigt „Der Sohn des Vogelfängers“ (Fågelfångarens son) des schwedischen Regisseurs Richard Hobert. Der Plot soll von einer wahren Geschichte auf den Färöer stammen, wo auch gedreht wurde: Dem Vogelfänger Esmer droht der Verlust von Haus und Grund, wenn er nicht bald einen Sohn vorweisen kann, doch bisher hat er nur drei Töchter. Mit seinem Einverständnis versucht es seine Frau deshalb mit einem anderen Mann, und der ersehnte Sohn wird geboren. Die Probleme enden aber nicht damit, es kommen nur andere…

Aus „Meister Cheng“: Sirkka (Anna-Maija Tuokko), Meister Cheng (Pak Hon Chu) , Foto The Yellow Affair

Die Nordischen Filmtage zeigen aber auch bekannte Namen: Finnische Natur und Sitten erlebt ein chinesischer Koch im neuen Film von Mika Kaurismäki, „Meister Cheng“ (Mestari Cheng). Dessen Aufenthalt in Finnland verläuft nicht wie geplant, aber dafür passieren andere Dinge.

Hans Petter Molands Film „Pferde stehlen“ (Ut og stjæle hester) nach dem gleichnamigen Buch des norwegischen Autoren Per Petterson war bereits auf der Berlinale zu sehen – in Lübeck gibt es nun noch einmal die Möglichkeit.

Zwei nordische Filmnächte beim NDR

Als Trost für alle, die nicht nach Lübeck fahren können, zeigt der NDR am 26. Oktober und am 2. November  nordische Filme, von denen fast alle bereits bei den Filmtagen liefen, darunter „Herzstein“ aus Island. Neu darunter ist ein Krimi von Nils Gaup mit einem samischstämmigen Polizisten, der im Studentenmilieu von Tromsø ermitteln muss, das nicht so harmlos ist, wie es aus der Ferne aussieht.

Nordische Filmtage im vergangenen Jahr:Nordische Filmtage: Wie man Stalin überlebt und Konzerne austrickst

Und hier der Trailer von „Anori“:

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