Morgen wählen die Färinger ihr neues Løgting

Färöer. In das dänische Folketing haben die Färinger vor drei Monaten zwei Vertreter geschickt, einen aus jedem Lager. Morgen wird gewählt, wer auf den Inseln bestimmt, über die Dinge, die dort entschieden werden dürfen. Folgt man den Umfragen, könnte es einen Regierungswechsel im Løgting  geben.

Boote im Hafen von Tórshavn. Im Hintergrund der älteste Teil der Stadt, die Halbinsel Tinganes. Foto Jan Steffen

Regierungschef der Färöer ist aktuell der Sozialdemokrat Aksel V. Johannesen, auf färöisch heißt die Partei Javnaðarflokkur. Er regiert zusammen mit Tjóðveldi, einer linken  Partei, die die Unabhängigkeit von Dänemark anstrebt, sowie Framsókn (Fortschrittspartei), Mitte-liberal und ebenfalls für Unabhängigkeit.

Das große Wahlkampfthema ist der Umgang mit der massiv gestiegenen Zahl von Touristen. Den jetzigen Zustand, nach der immer mehr Landbesitzer Geld von Touristen und teilweise auch von Einheimischen kassieren, will eigentlich niemand. Gesucht wird eine einheitliche Lösung, bei der Touristen, Tourismusunternehmen, Landbesitzer und Naturschutz berücksichtigt werden – keine einfache Aufgabe.

Ein weiteres heißes Thema ist die Wohnungsnot, denn die Einwohnerzahl steigt, aber die vorhandene Struktur ist ungünstig: Es gibt viele große Häuser, aber wenig Wohnungen für junge Familien, und die Häuser liegen nicht immer da, wo sie gebraucht werden. Auch dieses Problem wollen alle angehen.

Themen: Tourismus, Wohnungsnot, aber nicht die Unabhängigkeit

Die Loslösung von Dänemark wird aktuell wenig diskutiert, die separatistischen Parteien verfolgen aber weiter dieses Ziel. Das färöische Parlament entscheidet allein über die Wirtschafts- und Fischereipolitik der Inselgruppe, die nicht in der EU ist. Auch Finanzen, Soziales, Familie, Kultur und Umweltschutz sind Inselsache. Dänemark ist aber allein für die Justiz sowie die Außen- und Verteidigungspolitik zuständig.

Insgesamt stehen neun Parteien zur Auswahl, sieben davon sind bereits im Løgting vertreten. Umfragen sehen aktuell die konservative Fólkaflokkur stärkste Partei werden, was einen Regierungswechsel bedeuten würde. Keine Chance auf einen Platz der 33 Plätze hat vermutlich Arnfinn á Birtuni: Seine Framtakið fyri rættinum at velja kannabis setzt sich für das Recht auf medizinisches Cannabis ein, es ist allerdings auch das einzige Thema.

Das Ergebnis von den Färöer zur Folketing-Wahl:

Folketing-Wahl: Dreimal rot, einmal blau vom Nordatlantik

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