Mehrheit der Isländer inzwischen gegen Blutstuten-Praxis

Island. Einen Monat nach der Veröffentlichung  eines Videos, das die brutale Behandlung von Blutstuten auf Island zeigt, sind einige Dinge in Bewegung geraten und neue Informationen ans Licht gekommen. Darüber berichteten Frettablaðið, mbl. is und Iceland Review. Bei einer Umfrage lehnten 66 Prozent der Isländer die Praxis ab. 

Islandpferde Sommer

Islandpferde (Symbolbild)

Das schockierende Video hatten  die deutsche Tierschutzorganisation Animal Welfare Foundation (AWF) und der Tierschutzbund Zürich auf Island aufgenommen und veröffentlicht. Es zeigte die brutale Behandlung von tragender und säugenden Stuten bei der Blutabnahme und ist meilenweit entfernt vom idyllischen Werbevideo von Ísteka. Das  Biotech- Unternehmen Ísteka isoliert aus dem Blut tragender und säugender Stuten ein Hormon, das der Schweinezuchtindustrie hilft, die Fruchtbarkeit der Sauen zu steigern und berechenbarer zu machen. Zuletzt waren 5383 Stuten als Blutstuten bei der Lebensmittel-Aufsichtsbehörde gemeldet. Die Besitzer dieser Stuten kassieren Geld für die Zuliefer-Arbeit und das Blut. Bis zu zehn Mal wird bei einer Stute in einer Saison Blut abgenommen.

Nach der jüngsten Umfrage zum Thema meldete Frettablaðið, dass 66 Prozent der befragten Personen für ein Verbot der  Blutstutenpraxis sind und nur 15 dafür, diese beizubehalten.  Vor allem Frauen sind gegen die Praxis, in dieser Gruppe liegt die Ablehnung bei 80 Prozent. Die Regierung hat inzwischen eine Arbeitsgruppe zum Thema gegründet, und es läuft eine Petition dazu.

Ende der Praxis kein Thema für Ísteka

Ísteka möchte von einem Ende des Geschäfts nichts wissen. Wie Vísir berichtete, gehören knapp 300 Stuten Ísteka selbst. Ísteka möchte das Geschäft vergrößern. Aus aktuell gut 5000 Spender-Stuten insgesamt sollen mehr als 20 000 werden. Das Unternehmen kündigte allerdings mehr Kontrollen bei den Farmen an, und es sei zwei Höfen gekündigt worden.

Das System funktioniert offenbar so gewinnbringend, weil die Periode, die in der das Hormon gebildet wird, maximal ausgenutzt wird: Jede Woche werden 5 Liter Blut abgenommen, bis zu zehn Mal. Iceland-Review-Autorin Dagmar Trodler vergleicht dies mit den internationalen  Empfehlungen. In der Schweiz beispielsweise dürfen nur 2,5 Liter Blut in einem Abstand von 2 Wochen abgenommen werden. Eine Praxis mit regelmäßiger Blutabnahme wie auf Island ist in Deutschland oder der Schweiz nicht erlaubt.

Früherer Artikel zum Thema:

Video zeigt brutale Szenen des Blutstuten-Geschäfts auf Island

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3 Antworten zu Mehrheit der Isländer inzwischen gegen Blutstuten-Praxis

  1. Brigitta Moos sagt:

    Geschäft über Ethik – wobei die Pharmaindustrie keinen Ethikvorschriften folgen muß, offensichtlich…d.h. im Endeffekt, die Regierung (die Gesetzgebung) unterstützt und fördert Tierquälerei und Tiermord, nicht nur die isländische Regierung –
    auch die deutsche Regierung fördert und subventioniert Tierquälerei und Tiermord. die Massentierhaltung wurde genehmigt unter einer sogenannten Christlichen Regierung.
    ich hoffe, daß die Verantwortlichen die gleichen Qualen erleiden, die sie aus Profitgier diesen wunderschönen,wehrlosen, fühlenden Wesen zufügen, seien es Pferde, Schweinchen, Kühe oder Geflügel.

  2. Sibille aus der Schmitten sagt:

    So geschockt war ich schon lange nicht mehr …. als totaler Island-Fan konnte ich das erst mal überhaupt nicht glauben ….. natürlich gibt’s auch auf Island nicht nur gute Menschen und – Geld verdirbt den Charakter . Arme Pferde, arme Schweine !!!

  3. Angelika Hoffmann sagt:

    Sauerei – sind ohnehin schon zu viele Schweine auf der Welt. Auch arme Schweine die.

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