Kein Alkohol-Boom in Finnland – trotz gelockertem Verkauf

Finnland. Seit Jahresbeginn ist es in Finnland leichter, Alkohol zu kaufen. Doch wer dachte, die Finnen würden jetzt zuschlagen, irrt. Der Bierverkauf ist sogar gesunken, zeigt die Statistik des Brauereiverbandes (Panimoliitto) für die ersten drei Monate.

Alkohol

Mäßige Nachfrage nach stärkerem Bier in Finnland.

Bier mit einem Alkoholgehalt bis zu 5,5 Prozent darf nun ganz normal im Lebensmittelladen verkauft werden. Vorher lag die Grenze bei 4,7 Prozent – für alles darüber hinaus musste man in den staatlichen Alko-Laden. Trotzdem wurde in den ersten drei Monaten des Jahres sogar 3,6 Prozent weniger Bier verkauft – statt 81,5 nur 78,6 Millionen Liter. Die Statistik unterscheidet nicht zwischen mittelstarkem und starkem Bier. Marja-Liisa Weckström von der Brauerei Sinebrychoff schätzt den Anteil des stärkeren Biers auf fünf bis zehn Prozent. Früher seien es fünf gewesen. „Der Anteil ist etwas gestiegen, aber nicht so stark, wie manche Parlamentarier befürchtet haben“, sagt sie gegenüber Svenska Yle.

Mancher Bierliebhaber setzt sogar auf die Null-Prozent-Lösung: Die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier steige. Ein von Yle interviewter Einkäufer einer Ladenkette berichtet sogar von einem Plus von mehr als 30 Prozent – weil die Brauereien den Geschmack verbessert hätten.

Gestiegen ist aber auch die Nachfrage nach Longdrinks, die es nun erstmals in Lebensmittelgeschäften zu kaufen gibt – um 47,5 Prozent. Wahrscheinlich seien viele jetzt neugierig gewesen, so Weckström – weil darüber so viel diskutiert wurde und weil es das Produkt vorher nur bei Alko gab. In absoluten Zahlen bedeutet diese Steigerung allerdings  nur 3,3 Millionen Liter, nicht einmal das, was bei Bier und Cidre (ebenfalls rückläufig) fehlt. Das Bild vom „saufenden Finnen“ stimme schon seit Jahren nicht mehr, so Weckström. Das Gesundheitsbewusstsein sei gewachsen und wachse weiter.

Gleichzeitig mit der Lockerung der Verkaufsregeln hatte Finnland auch die Alkoholsteuer erhöht, abhängig von den Volumenprozent. Das dürfte die Kauflust ebenfalls gedämpft haben. Gestern Abend dürften aber viele eine Ausnahme gemacht haben – da begannen die Feiern zu „Vappu“ oder „Valborg“.

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