Island: Wieder tödlicher Unfall am Strand Reynisfjara

Reynisfjara (Island). Wieder einmal ist ein Tourist in Reynisfjara von einer Welle erfasst worden. Der Mann wurde aufs Meer hinausgezogen und konnte von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden. Darüber berichteten RÚV und mbl.is.

Reynisfjara

Reynisfjara. Foto Mr. Totorus/pixabay

Der Unfall geschah am Freitagnachmittag. Der Mann, nach Medienangaben in den Achtzigern, war mit seiner Frau in einer Reisegruppe unterwegs. Auch die Frau war in die Welle geraten, konnte aber von anderen gerettet werden. Bei dem Mann gelang das nicht, er trieb ab. Die Rettungskräfte wurden alarmiert, Schiffe machten sich auf den Weg und ein Hubschrauber startete. Die Crew des Rettungshubschraubers konnte den Mann aber nur noch tot aus dem Wasser holen.

Schon mehrere Todesfälle in Reynisfjara

Der schwarze Strand Reynisfjara mit den faszinierenden Felsformationen ist wegen seiner Schönheit beliebt und wegen seiner tückischen Wellen berüchtigt. Auch wenn das Meer friedlich aussieht, können plötzlich große Wellen auftauchen, die viel weiter den Strand hinaufreichen als  ihre Vorgänger, Menschen von den Füßen reißen und ins Meer ziehen. Neben zahlreichen kritischen Situationen gab es dort schon mehrere Todesfälle: Am 10. November 2021 eine chinesische Touristin, am 9. Januar 2017 eine Deutsche vor den Augen ihrer Familie sowie zwei weitere in den Jahren davor.

Warnschilder werden nicht ernst genommen

Isländer kennen die Gefahr, doch mit der Zunahme des Tourismus häuften sich die kritischen Situationen. Inzwischen stehen dort Warnschilder, die aber offenbar von vielen ignoriert oder nicht ernst genommen werden. Immer wieder kann man Videos von Touristen sehen, die nur knapp entkommen können. Gestern, nur einen Tag nach dem tödlichen Unfall, ging ein Mann dort in Badehose ins Wasser, wie bei mbl.is zu sehen ist. Er hatte Glück – es kam gerade keine dieser gefährlichen Wellen.

Gefahr auch an angrenzenden Stränden

Zumindest Reiseführer sollten wissen, wie groß die Gefahr ist, und ihre Gruppe eindringlich warnen. Im Fall des am Freitag ertrunkenen Mannes ermittelt nun die isländische Polizei. Die Gefahr droht nicht nur am bei Touristen besonders beliebten Strand Reynisfjara, sondern auch an den benachbarten Stränden mit ähnlichen Küstenverhältnissen. Deshalb lässt sich auch nicht eine besonders gefährliche Stelle einfach absperren: Dann müsste man die gesamte Südküste sperren, so die Leitung einer Einsatzgruppe zu mbl.is.

Frühere Artikel zum Thema:

Warnsystem für gefährliche Wellen bei Reynisfjara

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1 Antwort zu Island: Wieder tödlicher Unfall am Strand Reynisfjara

  1. Reinhard Ott sagt:

    Wir waren ebenfalls am Feitag an diesem Strand, aber vor dem Unfall. Schon als wir nach Reikjavik zurück gekommen sind, haben wir von dem schecklichen Unfall gehört. An diesem Tag herrschte dort extrem stürmisches und renerisches Wetter. Die Wellen kamen ständig hoch auf den Strand. Wir wurden von unserem Guid ständig zurückgeschickt, weil die Wellen immer höher stiegen. Wer da nicht auf Beschilderung und Warnungen achtet ist mehr als leichtsinnig. Wir wussten auch vor dem Aufenthalt am Strand was dort schon alles passiert ist. Wir waren in einer geführten Gruppe. Der Guide hat und auf die Gefahren eindringlichhingewiesen. Die Isländer machen das gut.

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