Island: Wie viel kostet eigentlich ein Vulkan?

Island. Islands aktuell heißeste Immobilie ist zu verkaufen – wenn der Preis stimmt. Es handelt sich dabei um einige Gebäude östlich von Grindavík mit Blick aufs Meer. Zu diesem Anwesen mit dem schönen Namen Hraun (Lava) gehört außerdem ein ziemlich großes Hinterland, auf dem gerade ein Vulkan ausgebrochen ist. Die Eigentümergemeinschaft hat mehrere Angebote bekommen und ist nicht grundsätzlich abgeneigt, berichtete Vísir.

Vulkan Fagradalsfjall

Die neue Wechselhaftigkeit des Vulkanausbruchs ist gut über die Webcam RÚV am Langihryggur zu verfolgen (Foto Screenshot)

Nachdem zuvor seit 800 Jahren kein Vulkan mehr auf Reykjanes ausgebrochen war, rechneten die Besitzer von Hraun vermutlich nicht unbedingt mit dieser Art von Wertsteigerung und überhaupt nur Interesse an ihrer Immobilie. Doch inzwischen sind schon mehr als 100 000 Besucher zur Ausbruchsstelle gelaufen, und ein Ende der vulkanischen Aktivität ist nicht in Sicht. Kein Wunder also, dass findige Investoren plötzlich bei der Eigentümergemeinschaft von Hraun anklopften. Die Eigentümergemeinschaft besteht aus rund 20 Personen. Mit dem neuen Ausbruchsmuster – Pausen, aber dann höhere Lavafontänen – brachte sich der Vulkan auch wieder in die Schlagzeilen, er betrieb gewissermaßen Eigen-PR mit einer Reichweite bis Reykjavík, als man ihn gerade schon für ein bisschen zu berechenbar hielt. Das dürfte den Preis hochtreiben. Um welche Summe es geht, wird aber nicht verraten, und überhaupt scheint noch vieles offen bei diesem Immobilien-Deal.

Infrastruktur in Planung

Eine Arbeitsgruppe des Tourismus- und Wirtschaftsministeriums plant bereits, wie die Infrastruktur dort verbessert werden kann, zum Beispiel mit einem Parkplatz und Toiletten. Die Zuwegung zum Fagradalsfjall vom Suðurstrandsvegur, die jetzt benutzt wird, gehört allerdings einem anderen Eigentümer. Ein Eintritt zum Vulkan ist bisher nicht geplant, möglicherweise werden aber das Parken und die Serviceeinrichtungen etwas kosten. Gerade wurde dort schon der erste Kiosk eröffnet, an dem sich die Wanderer verpflegen können und das auch fleißig tun. Dabei handelt es sich allerdings um den mobilen Verkaufscontainer von Slysavarnadeildin Þórkatla, einem Verein aus Grindavík zur Unfallprävention und -hilfe. Die Mitglieder des Vereins verpflegen auch die Rettungskräfte, die am Vulkan im Einsatz sind.

Ein Reporter von Morgunblaðið wollte von Premierministerin Katrín Jakobsdóttir wissen, ob nicht lieber der Staat den Vulkan kaufen sollte. Diese fand es vor allem wichtig, dass der Zugang der Öffentlichkeit dazu sichergestellt sei, und daran werde gerade gearbeitet.

Wieviel kostet eigentlich so ein Vulkan? Wenn man dann einen hat, ist man auch für die Schäden verantwortlich, die er anrichtet, so wie bei einem Hund? Fragen über Fragen!

Vulkan-Webcams:

Früherer Artikel zum Thema: Vulkanausbruch am Fagradalsfjall hat neuen Rhythmus

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