Historische Schamanentrommel darf in Sápmi bleiben

Karasjok (Norwegen). Nun ist es offiziell: Die Jahrhunderte alte Trommel des samischen Schamanen Anders Poulsson bleibt in Sápmi. Sie war 1692 von den Dänen nach Kopenhagen gebracht worden, befindet sich aber schon lange als Leihgabe im Museum in Karasjok, Norwegen. Die dänische Kultusministerin stimmte nun der endgültigen Rückgabe nach Sápmi zu. Darüber berichtete VG.

Trommel von Poala-Ánde

Die Trommel von Poala-Ánde bleibt in Sápmi. Foto RiddoDuottarMuseat – De Samiske Samlinger

Der Schamane Anders Poulsson aus der Finnmark, samisch Poala-Ánde, war 1692 der Zauberei angeklagt worden – kein Einzelfall. Samische Schamanen und ihre Trommeln waren den Missionaren damals ein Dorn im Auge. Anders Poulsson hatte ein besonders hartes Schicksal: Noch während er auf sein Urteil wartete, wurde er mit einer Axt ermordet. Norwegen gehörte damals noch zu Dänemark, und die Trommel wurde nach Kopenhagen gebracht. Sie gehörte zuletzt dem dänischen Nationalmuseum.

Schon seit 1979 befindet sich die Trommel als Leihgabe in Norwegen, im RiddoDuottarMuseat in Karasjok – und darf nun dort bleiben. Sametingspräsidentin Silje Karine Muotka begrüßte dies ausdrücklich. Eingefädelt hatte die Übergabe noch ihre Amtsvorgängerin Aili Keskitalo, die dafür bis zu dänischen Königin ging.

Immer mehr Rückgaben aus den Hauptstädten nach Sápmi

Die Rückgabe von Gegenständen aus der Kolonialzeit dorthin, wo sie ursprünglich herkamen, ist oft ein heikles Thema. Sowohl in Norwegen als auch in Finnland sind schon Gegenstände aus den Hauptstadtmuseen nach Sápmi zurückgegeben worden, zuletzt 2000 Ausstellungsstücke aus dem Nationalmuseum in Helsinki ins Siida Sáme Museum in Inari.  Nordiska Museet in Stockholm verhandelt mit dem samischen Museum Àjtte in Jokkmokk ebenfalls über Rückgaben, berichtet SVT.

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