Heute beginnt Europas längstes Schlittenhunderennen

Alta.  1200 Kilometer und zweistellige Minusgrade: Wer am Finnmarksløpet teilnimmt, erwartet vermutlich gar nicht erst, dass es einfach wird. 39 Musher und ihre Gespanne starten heute Abend ab 19 Uhr in Alta (Nordnorwegen) zu Europas längstem Schlittenhunderennen. Die Jugendlichen und Teilnehmer der Kurzstrecke sind erst morgen dran.

Schlittenhunderennen

Finnmarksløpet. Foto Bianca Nustad/CC BY 3.0

Die 1200-Kilometer- Route verläuft quer durch die Finnmark: Zuerst nach Kautokeino, dann nach Karasjok, über Tana Bru bis in Norwegens äußerste östliche Ecke (Øvre Pasvik und Kirkenes) und über Karasjok zurück nach Alta. Die Veranstalter schätzen, dass die Teilnehmer etwa eine Woche unterwegs sein werden – doch das hängt auch davon ab, wie das Wetter sich entwickelt. Nach der aktuellen Vorhersage gibt es weder starken Wind noch Niederschläge. Anfangs kann es aber noch bis zu minus 25 Grad kalt werden.

Den Lauf- und Ruherythmus bestimmen die Musher selbst. Zwei lange Pause sind allerdings fest vorgeschrieben und müssen an einem der Checkpunkte genommen werden: eine unteilbare 16-Stunden Pause sowie eine 10-Stunden-Pause, die geteilt werden kann. An den Checkpunkten sind Tierärzte vor Ort. Alle Teilnehmer sind mit einem GPS-Empfänger ausgestattet.

Finnmarksløpet

Die Trassen für den Finnmarksløpet. Karte Veranstalter

Unter den Teilnehmern der Langstrecke dominieren die Norweger, doch es gibt auch eine Reihe internationale Teilnehmern, inklusive zweien aus Deutschland und einem Schweizer. Unter besonderer Aufmerksamkeit steht in diesem Jahr ein Starter aus den USA: Dallas Seavey, viermaliger Sieger des Iditarod-Rennens in Alaska, mit 1600 Kilometer das längste Hundeschlittenrennen der Welt. Bisher hat nur einmal ein Ausländer die Langstrecke gewonnen: der Schwede Petter Karlsson 2016. Er ist wieder mit dabei, genauso wie Vorjahressieger Petter Jahnsen und andere erfolgreiche Musher.

Dass Seavey diesmal nicht am fast zeitgleich stattfindenden Rennen in seiner Heimat teilnimmt, hat einen Grund: Vergangenes Jahr wurde bei vieren seiner Hunde bei der abschließenden tierärztlichen Kontrolle ein verbotenes Medikament entdeckt. Seavey bestritt, den Hunden das Medikament verabreicht zu haben, und sprach von Sabotage. Die Veranstalter konnten es ihm auch nicht nachweisen, eine Strafe wurde nicht verhängt, aber der Image-Schaden blieb. Seavey nahm sich sogar einen Anwalt und gab ein toxikologisches Gutachten in Auftrag. Dieses beweise, dass die Tiere die verbotene Substanz erst zwei bis vier Stunden nach dem Rennen erhalten hätten, so der Anwalt vor drei Wochen bei einer Pressekonferenz.

Neben der Langstrecke gibt es auch noch einen Wettbewerb über 500 Kilometer für Gespanne mit bis zu acht Hunden. Hier ist die Starterliste (69 Teilnehmer) deutlich internationaler. Außerdem gibt es einen Jugendwettbewerb für unter 18-Jährige mit bis zu sechs Hunden vor dem Schlitten.

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