Ganz Seyðisfjörður nach neuen Schlammlawinen evakuiert

Seyðisfjörður (Island).  Nach anhaltenden starken Regenfällen und mehreren Schlammlawinen ist Seyðisfjörður  gestern evakuiert worden. Mindestens zehn Häuser wurden beschädigt. Verletzt wurde nach bisherigem Kenntnisstand niemand. Auch Teile von Eskifjörður, ebenfalls an der Ostküste Islands, wurden evakuiert.

Seyðisfjörður

Seyðisfjörður nach den Niederschägen und Schlammlawinen. Foto Bjarki Borgþórsson/Veðurstofan

Aufgrund der anhaltenden kräftigen Niederschläge galt in dem Gebiet bereits die orange Warnstufe. Die erste Schlammlawine war bereits am Mittwoch niedergegangen, infolge dessen wurden 120 Menschen evakuiert. In der Nacht zu Freitag verschob eine weitere Schlammlawine dann ein unbewohntes Holzhaus 50 Meter weit. Gestern gegen drei Uhr nachmittags ging die nächste große Schlammlawine ab und beschädigte laut RÚV mindestens zehn Häuser. In einem Außenbereich fiel auch der Strom aus. Die Einsatzkräfte müssen mit einem Boot dorthin gebracht werden, um zu reparieren.

Inzwischen sind alle Einwohner Seyðisfjörðurs, normalerweise knapp 700, evakuiert worden. Laut einer Mitarbeiterin des isländischen Wetterdienstes hat es in Seyðisfjörður  innerhalb von fünf Tagen 570 mm geregnet. Die Hänge sind mit Wasser getränkt und wurden deshalb instabil. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Niederschlag in Hamburg beträgt 738 mm – im ganzen Jahr.

Nicht ganz so heftig traf es Eskifjörður etwas weiter südlich, aber auch dort wurden gestern Gebiete evakuiert, die als Gefahrenzone eingestuft werden. Spalten im Berg oberhalb des Ortes hatten sich aufgrund des Niederschlags vergrößert. Bis gestern waren dort Schlammlawinen aber nur in unbewohnter Gegend abgegangen. (Quellen u.a. Veðurstofa, RÚV, Iceland Review)

Früherer Artikel zum Thema: Schlammlawinen in Seyðisfjörður

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