Fykantrappa nicht mehr sicher – möglicherweise für immer gesperrt

Meløy (Norwegen). Wer seinen nächsten Norwegenurlaub dazu nutzen wollte, endlich mal die 1132 Stufen der Fykantrappa in Meløy hochzuklettern, kommt zu spät: Das populäre Touristenziel, eigentlich ein Baudenkmal von 1919, ist nicht mehr sicher und wurde deshalb – voraussichtlich dauerhaft – gesperrt. Darüber berichtete NRK.

Fykantrappa

Fykantrappa. Foto Martin Solhaug Standal, Pixabay

Anlass für den Bau der Fykantrappa vor mehr als 100 Jahren war der Bau des Kraftwerks Glomfjord in Meløy nördlich des Polarkreises. Der Strom sollte für die örtliche Industrie genutzt werden. Dazu wurde die Fallhöhe zwischen dem See Nedre Navervatnet auf 464 Metern und dem Fjord ausgenutzt – vor der Verrohrung fiel dort der Wasserfall Fykanfossen. Die steile Holztreppe an den blanken Felsen wurde erbaut, damit die Arbeiter darüber zur oberen Baustelle kommen und auch  das notwendige Material auf den Berg schleppen konnten. Sie ist 1,7 Kilometer lang und überwindet dabei 300 Höhenmeter. Das Kraftwerk Glomfjord, betrieben vom staatseigenen Energieerzeuger Statkraft, liegt unten am Fjord.

Die Treppe war als Touristenziel immer beliebter geworden. Nicht zuletzt spektakuläre Bilder auf Instagram hatten sie immer bekannter gemacht. Man erreicht sie, wenn man zwischen dem Fykantunnel und dem Svartisentunnel vom Fv 17 abbiegt. Oben gibt es eine Gaststätte.  Ein Statkraft-Vertreter sagte gegenüber NRK, 2019 seien 15 000 Menschen über  die Fykantrappa gelaufen. Obwohl sie im Winter an einigen Stellen ausgebessert wurde, wurde sie nach einer Inspektion im Juni gesperrt. Sie sei in einem schlechten Zustand: rottes Holz, gebrochene Bolzen und lose Felsbrocken, die herabfallen könnten.

Denkmalschutz contra Touristentauglichkeit

Das Problem: Als die Treppe 1919 erbaut wurde, diente sie einem anderen Zweck. Statkraft als Eigentümer möchte sie als Denkmal erhalten. Sie entspricht allerdings nicht den heutigen Anforderungen an ein touristisch genutztes Bauwerk. Eine bloße Restaurierung der alten Treppe würde nach jetzigem Stand nicht ausreichen, um sie wieder für die Öffentlichkeit freizugeben.  Denkmalschutz und die Sicherheit lassen sich offenbar in diesem Fall schwer vereinbaren. Bisher habe es dort keine Unfälle gegeben – darüber sei er sehr froh, so der Statkraft-Vertreter zu NRK. Dass die Treppe nicht ganz einfach zu meistern war, machte aber möglicherweise auch einen Teil ihrer Attraktivität aus. Im September wird ein Gutachten dazu erwartet – dann wird es eine Entscheidung über das weitere Vorgehen geben.

Mehr zur Region am Svartisen:

Zeitraffer-Video die Treppe hinauf:

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