Finnland: Alko verliert durch das neue Alkohol-Gesetz

Finnland. Vergangenes Jahr lockerte Finnland seine Alkoholpolitik. Der staatliche Alkoholhandel Alko verzeichnete danach deutliche Einbußen, denn die Leute können stärkere Getränke nun auch einfach im Supermarkt kaufen. Alko will nun ein neues Getränk in sein Sortiment aufnehmen: Flaschenwasser .

Alko

Wer in Finnland höherprozentige Getränke kaufen möchte, muss zu Alko gehen.

Die nordeuropäische Alkoholpolitik ist für Touristen manchmal befremdlich. Die Flasche Wein zum Abendessen gibt es nicht im großzügig geöffneten Supermarkt, sondern nur im vom Staat betriebenen Extrageschäft – in Finnland heißen sie Alko, in Schweden Systembolaget, in Norwegen Vinmonopolet. Dadurch soll der Konsum besser reguliert werden, doch letztlich verdienen die Staaten auch daran.

Im vergangenen Jahr lockerte Finnland die strengen Regeln ein wenig. Zum einen gab es keine unterschiedlichen Lizenzen für Gaststätten mehr. Und im Supermarkt waren bis dahin alkoholische Getränke bis zu 4,7 Prozent erlaubt, nun sind es 5,5 Prozent. Für den Wein reichte das noch nicht, aber für stärkeres Bier und den beliebten „Lonkero“, ein Gin-Grapefruitlimonade-Drink. Und das kauften die Finnen fortan lieber im Supermarkt. Während diese Händler sich über höhere Umsätze freuten, verzeichnete Alko Einbußen von 8,5 Prozent, berichtete Yle.

Kaum höherer Alkohol-Konsum

Da gleichzeitig auch die Alkoholsteuern erhöht wurden, konnte sich der finnische Staat auf der Steuerseite aber über 150 Millionen Euro mehr als im Vorjahr freuen. Insgesamt stieg der Alkoholkonsum in Finnland nur um 0,6 Prozent. Dabei wird vor allem auf den warmen Sommer verwiesen. Vor der Gesetzesänderung hatten manche ausufernden Konsum befürchtet. 

Alkohol

Wein ist jetzt im Restaurant einfacher zu haben, aber noch nicht im Supermarkt.

Es gibt politische Kräfte in Finnland, die das staatliche Alkoholmonopol schrittweise abschaffen wollen, beispielsweise Kokoomus, die Sammlungspartei. Angesichts der Verluste bei Alko warf Svenska Yle bereits im Herbst die Frage auf, wie lange sich das staatliche Unternehmen noch halten kann.

Demnächst will Alko nun „Välivesi“ anbieten, das Wasser für zwischendurch. Damit möchte man die Finnen daran erinnern, wie wichtig es ist, Flüssigkeit aufzunehmen. Erst recht während des Alkoholkonsums, der den Körper austrockne. Das „Välivesi“ ist leicht mit Kohlensäure versetzt und stammt aus einer Quelle in Kurikka (Westfinnland). Die Flaschen sind aus recyceltem Kunststoff. Das normale finnische Leitungswasser eigne sich allerdings auch sehr gut, heißt es auf der Internetseite.

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