Eruption auf Reykjanes offenbar schon vorbei

Reykjanes (Island). Der jüngste Vulkanausbruch auf Reykjanes ist offenbar schon wieder vorbei. Gestern war keine frische Aktivität mehr entlang der Spalte bei den Sundhnúkagígar zu sehen. Für eine komplette Entwarnung ist es aber noch zu früh: Die Wissenschaftler sehen Anzeichen dafür, dass sich unter Svartsengi erneut Magma sammelt. Darüber berichtete RÚV.

Lavakarte Sundhnúkur

Frische Lava entlang der 4 km langen Eruptionsspalte bei Sundhnúkagígar. Grindavík links unten.  Quelle Háskola Íslands/Veðurstofa

Als der Ausbruch nordöstlich von Grindavík am späten Montagabend begann, war der Lavafluss zunächst deutlich stärker als bei den jüngsten Ausbrüche auf Reykjanes zuvor. In den ersten Stunden sollen es laut Wetterdienst mehrere Hundert Kubikmeter pro Sekunde gewesen sein. Das ließ allerdings schnell nach. Schon gestern war nichts mehr zu sehen. Möglicherweise fließe aber noch flüssige Lava in den Tunneln, so der Wetterdienst. In den wenigen Tagen hat der Vulkan 3,7 Quadratkilometer Boden mit Lava bedeckt. Mehrere Beobachter vergleichen das Muster der Eruptionen auf Reykjanes inzwischen mit der Krafla-Geschichte, wo es auch eine Serie mit mehreren Ausbrüchen gab.

Schäden durch die Erdbeben, aber bisher nicht durch Lava

Die Lava selbst hat, anders als erwartet, bisher praktisch keine Schäden angerichtet, sehr wohl aber die Erdbeben, die dem Ausbruch vorangingen. Der Ort Grindavík ist seit dem 10. November evakuiert und die Infrastruktur massiv beschädigt. Doch die Lava hat Grindavík nicht erreicht. Die Bewohner durften gestern erstmals seit Beginn des neuen Ausbruchs tagsüber von 7 bis 16 Uhr wieder in ihre Häuser. Kinder sollten allerdings nicht mitgenommen werden.

Erneut Landhebung unter Svartsengi

Eine echte Entwarnung gibt es noch nicht: Es gibt Anzeichen dafür, dass sich im Bereich des Thermalkraftwerks Svartsengi erneut Magma sammelt. Um Svartsengi und die Blaue Lagune herum entsteht gerade ein Schutzwall. Svartsengi versorgt den Großteil von Reykjanes mit Strom und Warmwasser. Solange sich das Land bei Svartsengi hebt, ist auch eine Rückkehr nach Grindavík ausgeschlossen.

Newsfeed RÚV Englisch, Isländisch

Früherer Artikel zum Thema:

Vulkan nördlich von Grindavík ausgebrochen (inklusive Updates)

 

Dieser Beitrag wurde unter Island, Vulkanismus/ Erdbeben veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert