Finnland/Schweden. Aufgrund der kalten Temperaturen ist das Eis auf der Ostsee in den vergangenen Tagen weiter schnell gewachsen. Finnland hat inzwischen sämtliche Eisbrecher im Dienst. Auch in Schweden wird voraussichtlich bald der letzte, Forschungseisbrecher Oden, eingesetzt. Mit 140 000 Quadratkilometern liegt schon jetzt mehr Eis als im Vorjahr (Maximum 85 000 km²) und 2024 (Maximum 135 000 km²).
Finnlands Fahrwasser und Häfen sind nun komplett vom Eis eingeschlossen: Die Bottenwiek und Kvarken sind zugefroren, ebenso der Schärengarten zwischen Åland und dem Festland, und der finnische Meerbusen ist auch schon fast dicht. In der Mitte des Bottnischen Meerbusens hat das Wasser zwar noch 2°C, aber an den Ufern gibt es bereits einen breiten Eisgürtel. Um die Frachtschiffe zu den Häfen zu geleiten, hat der staatseigene finnische Eisbrecherdienst Arctia inzwischen alle acht eigenen Eisbrecher losgeschickt, außerdem sind noch zwei zusätzlich angeheuerte eisbrechende Schlepper im Dienst. Der kräftige Eisbrecher Kontio, anfangs im Finnischen Meerbusen eingesetzt, ist jetzt in die Bottenwiek umgezogen, wo das Eis inzwischen teilweise schon mehr als 30 Zentimeter hat.
Die Fähre Aurora Botnia zwischen Umeå, Schweden, und Vaasa, Finnland, ist eistauglich und verkehrt weiterhin.
Auch Forschungseisbrecher Oden bald im Winterdienst
Auf der schwedischen Seite der Bottenwiek sind inzwischen alle drei großen Eisbrecher im Dienst, die kleinere Idun ist im Bereich Kvarken unterwegs. Die schwedische Schifffahrtsbehörde kündigte an, dass auch Oden bald eingesetzt werde. Schwedens Forschungseisbrecher war wie immer im Sommer unterwegs und liegt aktuell noch in Helsingborg. Schweden verfügt außerdem noch über zwei eisbrechende Arbeitsfahrzeuge, die voraussichtlich ebenfalls benötigt werden. 2024 hatte die Schifffahrtsbehörde sogar einen zusätzlichen Eisbrecher gechartert, um die Frachtschiffe nicht zu lange warten zu lassen.
Riga-Bucht zugefroren
Inzwischen sind auch zahlreiche Buchten auf der Ostsee-Südseite zugefroren – und sogar die Riga-Bucht. Estland hat schon zwei Eisbrecher im Dienst, auch Lettland hat seinen nun aktiviert. Wie die Aufzeichnungen des finnischen meteorologischen Instituts ((Ilmatieteen Laitos/FMI) verraten, ist die aktuelle Ausdehnung des Ostseeeises mit 140 000 Quadratkilometern schon deutlich größer als in den meisten anderen Jahren seit 2007 zu diesem Zeitpunkt – und das, obwohl der Dezember so warm war, dass da noch nicht viel passierte.
Eisausdehnung auf der Ostsee variiert stark von Jahr zu Jahr
Wie groß die Eisfläche auf der Ostsee jeweils ausfällt, ist von vielen Faktoren abhängig und fällt von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus. So zeigt die Statistik von SMHI zwar vor 1990 mehr schwere Eiswinter als in den Jahrzehnten danach, aber auch früher gab es von Jahr zu Jahr große Unterschiede. Der schwerste Eiswinter seit Beginn der Aufzeichnungen von SMHI 1957 war 1987 mit 394 000 Quadratkilometern Eisfläche. Damals waren auch der komplette Bottnische Meerbusen und große Teile der zentralen Ostsee eisbedeckt. Den schwersten Eiswinter dieses Jahrtausends gab es 2011 mit 300 000 Quadratkilometern Eis. Der mildeste je gemessene Eiswinter traf 2020 ein: 37 000 Quadratmeter – nicht einmal die Bottenwiek war zugefroren.
Eiskarte aktualisiert
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