E4-Brücke gesperrt: Kalix wird zum Nadelör

Kalix (Schweden). Der Verkehr im Norden hat zurzeit mit Hindernissen zu kämpfen. Eins davon ist die gesperrte E4-Brücke bei Kalix, 60 Kilometer vor der finnischen Grenze. Eigentlich entsteht dort gerade eine neue Brücke – in diesem Zusammenhang wurde ein Schaden an der alten entdeckt. Update unten!

Kalix Brücke

Blick von der Brücke auf den Kalixälv.

Normalerweise passieren täglich 10 000 Fahrzeuge die E4-Brücke bei Kalix. Kalix liegt auf halbem Weg zwischen Luleå und der finnischen Grenze bei Haparanda. Die Brücke stammt von 1957 und ist nicht gebaut für LKW-Verkehr von 74 Tonnen – bisher sind dort 64 Tonnen zugelassen. Schweden ist aber aktuell bestrebt, sein Fernstraßennetz für mehr Gewicht auszubauen. Dahinter steht die Hoffnung, dass mehr Ware mit einem einzigen LKW transportiert werden kann. Die neue E4-Brücke soll direkt neben der alten entstehen. Der erste Spatenstich war am 10. Juni 2019. Die neue Brücke sollte 2021 fertig werden. 

Laut Trafikverket entdeckte ein Taucher am Donnerstag Veränderungen im Flussbett, die sich negativ auf das Fundament einer Stütze ausgewirkt haben könnten. Danach wurde die Brücke sofort aus Sicherheitsgründen gesperrt – nicht einmal Fußgänger und Radfahrer dürfen sie noch nutzen. Brückenspezialisten sind nun vor Ort und sollen untersuchen, wie tragfähig das Fundament noch ist. Wie lange dies dauert, ist noch unklar. Sämtlicher Verkehr wird nun über die Brücke an der E4-Abfahrt Åkroken und das Dorf Gammelgården umgeleitet – über Straßen, die schmaler und normalerweise viel weniger befahren sind.

Zumindest für Fußgänger will die Kommune Kalix kurzfristig und pragmatisch eine Lösung schaffen: Auf dem vereisten und zugeschneiten Kalixälv soll eine Bahn von Ufer zu Ufer geräumt werden. So sollen Menschen auf kürzestem Weg auf die andere Seite gelangen können.

Update 2.2.: Die schadhafte Stelle wird nun verstärkt. Voraussichtlich am 14. Februar wird die Brücke wieder befahrbar sein.

Immer wieder Pässe gesperrt

Sonstige Verkehrshindernisse: Zwischen Gällivare und Kiruna entgleiste am 22. Januar ein Erzzug. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten dauern noch mindestens bis zum 5. Februar.  Züge werden zwischen Gällivare und Kiruna durch Busse ersetzt. Wind und starker Schneefall sorgen außerdem immer wieder dafür, dass Passstraßen gesperrt werden müssen. Wie NRK berichtet, war die E 10 Riksgränsen/Bjørnfjell bereits 13 Mal wegen Unwetters gesperrt, 18 Mal gab es Kolonnenverkehr. Die E 6 bei Saltfjellet war 24 Mal vorübergehend gesperrt, 22 Mal gab es nur Kolonnenverkehr.

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