Die Mörderschnecke auf dem Weg in den Norden

Schweden. Für mitteleuropäische Gartenbesitzer ist die Plage längst Alltag: die spanische Wegschnecke. Das unbeliebte Weichtier breitet sich aber auch immer weiter in den Norden aus. In fünf Kommunen in Västerbotten wurde es bereits gesichtet. Die Schweden nennen das Tier „Mördarsnigel“ – „Mörderschnecke“ und versuchen sie noch zu bekämpfen – zum Beispiel mit darauf trainierten Spürhunden. Darüber berichtete SVT.

Arion vulgaris

Arion vulgaris. Die Mörderschencke ist auf dem Weg nach Norden. Foto Mogens Engelund, CC BY-SA 3.0

Noch ist in Västerbotten nicht einmal der Schnee komplett verschwunden. Doch die Fachabteilung der Verwaltung warnt man schon zur Wachsamkeit. Vergangenes Jahr wurden die Mörderschnecken in zwei weiteren Kommunen entdeckt. Damit sind sie nun amtlich in Umeå, Skellefteå, Nordmaling, Vilhelmina und Bjurholm. Wie sie dahin gekommen sind? Sachbearbeiterin Linda Backlund erklärt dies bei SVT mit dem unbeabsichtigten Import zusammen mit Pflanzen aus bereits befallenen Gebieten.

Die Vegetationszonen in Nordschweden sind zwar deutlich kürzer als weiter südlich. Die lange Frostperiode macht dem Schneckennachwuchs das Überleben in der Natur außerdem schwer. Allerdings werden die Winter tendenziell kürzer und wärmer. Das erhöht die Chance der Schneckeneier, an geschützten Stellen zu überleben.

Mit Hunden auf Schneckenjagd

Die spanische Wegschnecke, Arion vulgaris, hat in Schweden praktisch keine natürlichen Feinde und frisst sogar einheimische Schnecken. Sie gilt als invasive Art. In Västerbotten will man sich noch nicht abfinden damit, diese gefräßigste aller Schnecken bald überall zu haben. So gab es ein Versuchsprojekt, bei dem Hunde auf die Schneckensuche trainiert wurden. Offenbar erfolgreich, und Eier finden sie auch. Wer den Verdacht hat, dass sein Grundstück betroffen ist, kann einen dieser trainierten Hunde samt Hundeführerin für eine Suche engagieren. Der Hund frisst die Schnecken allerdings nicht – das Töten muss der Mensch übernehmen.

Mehr zu invasiven Arten:

Barentssee: Die Schneekrabbe kam nicht im Ballastwasser

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Biologie, Klima, Schweden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Die Mörderschnecke auf dem Weg in den Norden

  1. Christian Schneider sagt:

    Laufenten haben sich bei Bekämpfung der Nacktschnecke sehr bewährt. natürlich ist da der Einsatzradius beschränkt. Die Laufenten lieben diese zum fressen gerne!!
    Es sollte nur ausreichend Wasserstellen zur Verfügung gestellt werden, damit der
    Schneckenschleim den Rachen nicht verklebt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.