Bottenwiek schnell zugefroren und schnell wieder aufgebrochen

Schweden/Finnland. Fast hätte es eine rekordfrüh zugefrorene Bottenwiek gegeben. Am 10. Januar fehlte nur noch ein kleines Stück in der Mitte. Doch die Wetterlage hat sich geändert: Starkwind hat das Ostseeeis aufgebrochen und weggetrieben. An der Küste ist es allerdings weiter stabil.

Eisbrecher Atle

Eisbrecher Atle wartet vor Luleå auf einen Einsatz (Archivbild).

Der diesjährige Eiswinter an der Ostsee startete früh – so früh, dass Luleå und Piteå schon vor Weihnachten ihre Eisbahnen auf Natureis eröffnen konnten. Sieben Eisbrecher sind bereits im Einsatz, um den Schiffsverkehr zu den Häfen zu gewährleisten. Mit der Polaris hat Finnland jetzt den fünften aus dem Depot in Helsinki in den Norden geschickt. Auf der schwedischen Seite liegen in Luleå noch zwei weitere bereit, um die drei zu unterstützen, die schon im Einsatz sind.

Nun gibt es zwar wieder mehr offene Wasserfläche, dafür häufen sich die Schollen dann an anderer Stelle, was es für den Schiffsverkehr auch nicht einfacher macht.

Eiskarte 2022-01-13

Eiskarte 2022-01-13 Quelle SMHI/ FMI

Eiskarte 2022-01-12

Eiskarte 2022-01-12 Quelle SMHI/ FMI

Eiskarte 2022-01-10

Eiskarte 2022-01-10 Quelle SMHI/ FMI

Das festliegende Eis an der Küste wird von den Bewegungen auf der offenen See nicht beeinträchtigt. Allerdings ist dort zu spüren, wenn aufgrund eines Sturms mal wieder der Wasserstand steigt. Das Wasser drängt sich dann durch die Spalten im Eis und an den Rändern nach oben. Wasserlachen und Schnee-Wasser-Matsch erschweren es für alle, die dann darauf unterwegs sind, auch wenn das Eis an sich trägt. Die finnische Küstenwache warnte explizit Leute mit Motorschlitten davor, sich jetzt auf das Eis zu begeben.

Bottenwiek war zuletzt 2011 so früh zugefroren

Dass die Bottenwiek schon am 10. Januar komplett zugefroren ist, kam schon lange nicht mehr vor – zuletzt in der Saison 2010/2011, berichtet der schwedische Wetterdienst SMHI. Meist ist die Bottenwiek erst im Februar vollständig geschlossen, so wie im vergangenen Jahr. Manchmal reicht es nicht einmal dafür, zum Beispiel in der Saison 2019/2020 und in der 2018/2019.

Da die Temperaturen in den nächsten Tagen aber nur um den Gefrierpunkt liegen, wird es nicht so schnell wieder zufrieren wie in der vergangenen Woche mit -20 Grad bei schwachem Wind. Aber der Winter ist ja noch lang.

Neben der Bottenwiek ist auch das östliche Ende des Finnischen Meerbusens bereits gefroren.

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