Bodø: Weiter grünes Licht für den Flugplatz-Umzug

Bodø. Das Megaprojekt “Ny by, ny flyplass” geht in die nächste Runde. Die Regierung versichert weiter Unterstützung für den Umzug des Flughafens von Bodø, und die Planungen werden konkreter. Durch dem Umzug soll Platz für einen neuen, grünen Stadtteil entstehen. Es gibt aber auch Kritik an dem Projekt. Darüber berichtete NRK.

Rønvikfjell

Aussicht vom Gipfel des Rønvikfjell über Bodø, dahinter ist der Flughafen sichtbar.

Im kommenden Jahr wird die norwegische Luftwaffe den Flughafen in Bodø  verlassen. Die Aufgaben sollen dann von der Station in Evenes übernommen werden. Diese Entwicklung hat sich seit langem abgezeichnet und Ideen in Gang gesetzt: Würde der Flughafen 900 Meter weiter an den Rand rutschen, könnte sich die Stadt dort weiter ausbreiten. Ein neuer Ortsteil mit kurzen Wegen zum Zentrum wäre möglich. Die Startbahn muss sowieso erneuert werden. Der Preis für den 900-Meter-Umzug beträgt nach bisherigen Berechnungen umgerechnet etwa 560 Millionen Euro. Die Kosten sollen zwischen dem Staat, der Kommune Bodø und der Flughafengesellschaft Avinor aufgeteilt werden.

Nützliches Projekt oder nicht?

Die Regierung hat vergangene Woche noch einmal ihre Unterstützung dazu bekräftigt. Das Projekt wird weiter im nationalen Transportplan geführt, und es soll dafür noch mehr Geld geben als bisher zugesagt, umgerechnet rund 300 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte es allerdings heiße Diskussionen um das Projekt gegeben, das Nordnorwegens teuerstes  landbasiertes werden könnte. Verkehrs- und Finanzministerium hatten nämlich ein Gutachten in Auftrag gegeben, das verschiedene Varianten des Umzugs prüfen sollte, während gleichzeitig schon die Planungen dafür weitergingen. Das Gutachten kam allerdings zu dem Schluss, der Flughafen-Umzug lohne sich gesamtgesellschaftlich nicht – wie auch immer man den Umzug gestalte.

Bodø Zentrum und Hafen.

Bodø Zentrum und Hafen.

Für die Kommune Bodø ist der wichtigste Punkt, dass so die Chance besteht, auf der freiwerdenden Fläche einen neuen umweltfreundlichen Stadtteil entwickeln zu können. 15 000 Wohneinheiten und Gewerbe hätten dort Platz, und lägen zentrumsnah. Besagte Gutachter sahen allerdings angesichts der Bevölkerungsentwicklung noch lange keinen Bedarf dafür. Diese Zweifel hatte es vorher auch schon gegeben. Bodø wächst, aber langsam. Aus heute 52 560 Einwohnern in der gesamten Kommune werden laut Statistikbüro im Jahr 2050 erst 55 998 geworden sein. Die Kommune hofft allerdings, dass die neuen Möglichkeiten mehr Leute anziehen. Die Planung geht von einem jährlichen Wachstum von 1,15 Prozent aus.  Und die Vorteile einer kompakten Stadt blieben auch bestehen, wenn es länger dauere, die Fläche zu füllen, so ein Stadtplaner zu NRK.

Frühere Artikel zum Thema:

Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Norwegen, Verkehr veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.