Humorvolles Behörden-Video gegen Snus im Netz erfolgreich

Norwegen/Schweden/Finnland.  Eine neue Halloweenverkleidung? Oder eine Form von Zahnspange? Weder noch. Das Gummiband, das im Rahmen einer neuen Kampagne der norwegischen Gesundheitsbehörde beworben wird, soll davon abhalten, Snus zu benutzen. Das Ganze war  zwar ein Scherz, aber einer, der sehr gut ankam.

Anti-Snus

Dekoratives Design, nicht nur für Zuhause! Screenshot aus dem Video der norwegischen Gesundheitsbehörde, siehe unten.

„Snus“ ist der Oraltabak, den es in Schweden und Norwegen legal zu kaufen gibt. Schweden setzte diese Ausnahmeregelung beim EU-Beitritt durch, dort sind schließlich zahlreiche Snus-Hersteller ansässig.  Norwegen als Nichtmitglied muss sich nicht vor der EU rechtfertigen. Finnen dürfen Snus zwar anwenden, können ihn aber seit dem EU-Beitritt 1995 im eigenen Land nicht mehr legal erwerben – dafür müssen sie nach Schweden oder Norwegen fahren und dürfen ein Kilogramm für den eigenen Gebrauch einführen. Im leicht erreichbaren schwedischen Grenzort Haparanda gibt deshalb inzwischen überproportional viele Snus-Händler, und keineswegs jeder, der dort einkauft, hält sich an die finnischen Einfuhrbeschränkungen.

Weniger Raucher,  mehr Snus-Nutzer in Norwegen

Den Gesundheitsbehörden ist der Snus allerdings genauso ein Dorn im Auge wie das Rauchen. Im Januar schlugen die Statistiker in Norwegen Alarm: Zwar sinkt die Zahl derer, die täglich rauchen, doch dafür ist die Zahl derer, die täglich  „snusen“, gestiegen und hat nun erstmals die Zahl der Raucher überholt. Zwölf Prozent holten sich 2017 ihr Nikotin per Tabak direkt im Mund, elf Prozent per Zigarette.  Dabei sind es eher die Jüngeren, die Snus bevorzugen, und vor allem Männer.

Das neue Anti-Snus-Video der norwegischen Gesundheitsbehörde zielte vor allem auf junge Leute ab und wurde über soziale Medien verbreitet. Der Erfolg überraschte selbst die Urheber, wie NRK berichtet. Bei Facebook wurde es fast drei Millionen Mal aufgerufen und bekam mehr als 60 000 Kommentare. Das dürfte weniger daran liegen, dass so viele Leute mit Snus aufhören wollen, sondern dass die schräge Idee mit trockenem Humor durchgezogen wird -„snustorr“, könnte man sagen.

Finnland plant stärkere Einfuhrbeschränkungen für Tabakprodukte

Snus

In Haparanda muss man nicht lange nach einem Snushändler suchen – es gibt genug.

Im Mutterland des Snus, Schweden,  ist man bereits auf das Video aufmerksam geworden. Hier ist sowohl die Zahl der täglichen Raucher (Frauen: zehn Prozent, Männer acht Prozent) als auch der Snus-Anwender leicht gesunken (Männer: noch 18 Prozent), der Frauenanteil liegt beim Snus bei drei bis vier Prozent.

In Finnland plant das Gesundheitsministerium gerade weitere Maßnahmen, um sowohl das tägliche Rauchen (zwölf Prozent)  als auch die Nutzung von Snus (drei Prozent) zu senken, berichtet Yle. Die Beliebtheit von Snus soll aber in den vergangenen Jahren  unter Jungen und jungen Männern gestiegen sein. Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem stärkere Einfuhrbeschränkungen – statt einem Kilogramm darf man dann nur noch 100 Gramm Oraltabak legal über die Grenze bringen. Der Schmuggel blüht allerdings jetzt schon.

Mehr zu Snus und Schmuggel: Die schwedisch-finnische „snus“- Verbindung

Hier also das Anti-Snus-Video. Das Gummiband ist übrigens „ausverkauft“.

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