Mosfellsbær (Island). Hunderte, möglicherweise Tausend Nerze sind in der Nacht zu Mittwoch aus Islands einziger Pelzfarm entflohen. Die Polizei geht davon aus, dass jemand dabei geholfen hat. Nerze gelten auf Island als invasive Art, die die einheimischen Vögel bedroht. Inzwischen wurden schon einige Hundert wieder eingefangen und getötet. Darüber berichtete unter anderem RÚV.
Dalsbú in Mosfellsdalur ist Islands letzte verbliebene Nerzfarm und hat laut RÚV etwa 12 000 Tiere. Seit Mittwoch früh wurden zahlreiche von ihnen in der Nähe der Farm gesichtet. Die Polizei geht davon aus, dass jemand die Tiere freigelassen hat und ruft dazu auf, Beobachtungen zu melden.
Viele Nerze wurden von dem äußeren Sicherheitszaun um die Farm zurückgehalten und liefen dort frei herum. Andere hatte es weiter geschafft. Gestern gab es allerdings keine Meldungen von Nerzen weiter als 500 Meter von der Farm entfernt.
Entlaufene Nerze bedrohen den isländischen Vogelbestand
Netze sind nicht heimisch auf Island, aber es sind schon früher welche aus Farmen ausgebrochen. Dass Nerze auf Island wild leben, ist jedoch höchst unerwünscht, da sie den einheimischen Vogelbestand bedrohen. Der isländischen Naturschutzverein Landvernd verurteilte die Freilassung der Nerze deshalb als einen „Akt des Terrorismus gegen die Natur“. Auch die isländische Tierschutzorganisation SDÍ distanzierte sich von der Aktion: „SDÍ unterstützt nicht diese Art von Sabotage“. Sie forderte allerdings die Politik auf, die Pelztierzucht endlich zu verbieten.
Die entflohenen Nerze werden nun unter anderem mit Hunden gejagt und getötet.
Freilassungsversuche auch bei Schweinen und Truthähnen
Wie die Medien berichten, gab es im Mai schon einen Freilassungsversuch bei einem Schweinezüchter und im Juni bei einer Truthahnfarm. Laut Polizei wird untersucht, ob ein Zusammenhang bestehe.
Die Pelztierzucht ist im Norden insgesamt auf dem Rückzug. In Norwegen und Schweden gibt es gar keine mehr, dort ist es auch rechtlich nicht mehr möglich.
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