Passagiere der „Professor Moltschanow“ ausgeflogen

Barentsburg/Spitzbergen (Norwegen). Die Passagiere des auf Antrag von Naftogaz beschlagnahmten russischen Schiffes „Professor Moltschanow“ sind zurück in Russland. Ihre Rückkehr wurde vom Sysselmester in Kooperation mit anderen Behörden organisiert. Das Schiff muss weiter am Kai in Barentsburg bleiben, bis die Gerichte über das weitere Vorgehen entschieden haben: Freigabe – was Russland will – oder Zwangsverkauf – was Naftogaz will. Darüber berichtete Svalbardposten. 

Der Flughafen in Kirkenes liegt nahe der russischen Grenze.

Vor einer Woche hatte Sysselmester Lars Fause in seiner Funktion als Gerichtsvollzieher das russische Schiff „Professor Moltschanow“ beschlagnahmt, das gerade mit Passagieren aus Murmansk in Barentsburg angekommen war. Das Schiff hatte eigentlich Leute wieder zurück nach Murmansk bringen sollen. 69 Personen, so berichtete  Fause nun Svalbardposten, seine zunächst per Boot von Barentsburg nach Longyearbyen gereist. Mit einem gecharterten Flugzeug wurden sie nach Kirkenes geflogen. Von dort seien sie mit dem Bus zum Grenzübergang Storskog gebracht worden. Dort hätten die russischen Behörden übernommen. 

Auf der Website des Sysselmesters heißt es, es habe einen guten Dialog mit dem russischen Generalkonsul in Barentsburg und Trust Arktikugol gegeben, und die Reise sei mit Beistand vom Festland und zentaler Behörden organisiert worden. 

„Norwegen nicht Part im Rechtsstreit“

Die „Professor Moltschanow“ ist ein russisches Forschungsschiff, dass zuletzt häufiger zwischen Murmansk und Barentsburg verkehrte. Foto: Naftogaz

Die Rechtsauffassung der norwegischen Regierung  ist, dass der Staat Norwegen nicht Part in diesem Rechtsstreit um die „Professor Moltschanow“ ist – dies sei eine Sache zwischen dem unkrainischen Energieversorger Naftogaz und Russland. Die Beschlagnahme geht zurück auf ein Urteil des ständigen Schiedsgerichtshofes in Den Haag. Danach sollte Russland Naftogaz 4,22 Milliarden US-Dollar Entschädigung für enteignete Vermögenswerte auf der Krim zahlen. Dem war Russland nicht nachgekommen. Deshalb versucht Naftogaz nun ersatzweise, russisches Eigentum im Ausland beschlagnahmen zu lassen. Das Amtsgericht Nord Troms und Senja hatte dem Antrag stattgegeben.

Naftogaz will Zwangsverkauf – Russland will Urteil anfechten

Unklar ist nun aber, was weiterhin mit dem Schiff geschieht, das nun in Barentsburg am Kai liegt. Wie Svalbardposten nach Einsicht in die Unterlagen erfuhr, hatte das Gericht nur der Beschlagnahme zugestimmt, ohne dass Russland vorher informiert wurde, aber nicht dem ebenfalls beantragten Zwangsverkauf. Dafür sei eine Stellungnahme von Russland notwendig. Russlands Botschafter in Norwegen hatte angekündigt, dass Russland das Urteil anfechten werde. 

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Spitzbergen: Sysselmester beschlagnahmt russisches Schiff

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