2025: Ungewöhnlich viele tödliche Unfälle im schwedischen Fjäll

Schweden. Im Jahr 2025 verunglückten 18 Menschen im schwedischen Fjäll tödlich. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist das ungewöhnlich viel, durchschnittlich waren es drei bis vier. Dabei handelte es sich um Unfälle ganz unterschiedlicher Art – gemeinsam ist den meisten, dass es Menschen traf, die durchaus Erfahrung hatten. Darüber berichtete SR. Besonders ungewöhnlich waren die Todesfälle durch Kohlenmonoxid und ein Arbeitsunfall.

Im Fjäll

Fast alle dieser tödlichen Unfälle fanden abseits markierter Wege statt: ein Lawinenunglück in Kårsavagge bei Abisko, bei dem zwei Heliski-Touristen starben, zwei Skiunfälle, ein Fall von Ertrinken nahe Storuman, vermutlich beim Eisangeln,  Unfälle mit Schneemobilen und Quads, Abstürze beim Wandern und Klettern. So stürzte ein Mann aus Deutschland bei Kårsavagge tödlich ab.

Gefahr Kohlenmonixid

Eher ungewöhnlich sind die beiden Fälle mit Kohlenmonoxidvergiftung im Februar: Zum einen traf es zwei Männer im Zelt, zum anderen eine Frau in einer Rasthütte. Als Quelle wird jeweils ein Campingkocher vermutet. Der schwedische Fjällsicherheitsrat will nun mit einer zusätzlichen Kampagne darauf aufmerksam machen, dass man den Kocher nicht in geschlossenen Räumen bzw. Zelten benutzen sollte. Denn bei ungenügender Belüftung brennt die Flamme schlecht, und es kann Kohlenmonoxid entstehen.

Tödlicher Absturz zweier STF-Angestellter

Zur Statisik trug aber auch ein Arbeitsunfall bei, der Anlass zu Veränderungen gab: der tödliche Absturz von zwei Angestellten des schwedischen Touristenvereins STF im April. Diese hatten am Kebnekaise ein Seil demontieren sollen, das einige Wochen zuvor im Zusammenhang mit dem Extremskirennen Kebnekaise Classics angebracht worden war. Die beiden Männer im Alter von 35 Jahren stürzten mehr als 100 Meter tief, weil sich eine Befestigung löste. Die Polizei ermittelte dazu, und die Behörde für Arbeitsschutz untersuchte die Abläufe zur Risikobeurteilung bei STF. 

 Wie Arbetet berichtet, hatten die Männer sich selbst angeboten, das Seil zu entfernen, und sie waren auch erfahrene Wanderführer. Sie hatten aber keine Spezialausbildung für fortgeschrittenes Klettern im alpinen Milieu, so wie diejenigen, die das Seil angebracht hatten. STF hat inzwischen die  Veränderungen umgesetzt, die die Behörde für Arbeitsschutz verlangt hatte. Ob es zu einem Gerichtsverfahren kommt, ist noch nicht klar.

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