Nächster Vulkanausbruch auf Reykjanes hat begonnen

Reykjanes (Island). Der nächste Vulkanausbruch auf Reykjanes hat begonnen. Gegen 5.20 Uhr Ortszeit hätten verstärkte Beben begonnen, ungefähr gegen 6 Uhr sei das Magma an die Oberfläche gekommen, meldet RÚV. Wie die neue Karte des Wetterdienstes zeigt, befindet sich die Eruptionsspalte in dem Gebiet, das schon im Dezember von Lava überflossen wurde, nördlich von Sýlingarfell. In Grindavík dürfen ohnehin keine Einwohner mehr übernachten, die Hotels der Blauen Lagune wurden evakuiert. Mit Update 14.30 Uhr: Die Lava hat den Grindavíkurvegur und eine Heißwasserleitung aus Svartsengi überflossen. Inzwischen wurde für das Gebiet der Notstand ausgerufen. Die Lava nähert sich dem Schutzwall um das Kraftwerk.Update 20 Uhr: Die Eruption verliert an Kraft, Hoffnung auf neue Heißwasserleitung in Betrieb morgen.

Vulkanausbruch

Die neue Eruptionsspalte öffnete sich in derselben Region wie die im Dezember. Foto Almannavarnir

Die Ausbruchsstelle liegt nördlich von Grindavík, aber die Entfernung zu dem bereits gebeutelten Ort ist deutlich größer als beim Ausbruch im Januar und die Gefahr geringer, dass Lava es bis dorthin schafft. Die Eruptionsspalte ist etwa drei Kilometer lang und reicht von Sundhnúkagígur im Süden bis östlich Stóra-Skógfell. Der Lavastrom soll geringer sein als der im Dezember, der anfangs recht kräftig war, der Großteil soll nach Westen abfließen. Die Lavafontainen sollen 50-70 Meter hoch sein. Die Wolke des Ausbruchs ist selbst von Reykjavík aus zu sehen. 

Heißwasserleitung von Lava überflossen – Notstand ausgerufen

Während Grindavík zunächst aufatmen konnte, bedroht die Lava nun andere wichtige Infrastruktur auf der Halbinsel: Das Geothermiekraftwerk Svartsengi, das die Region mit Strom und Heißwasser versorgt. Die Anlage ist inzwischen mit einem Schutzwall versehen, der auch die Blaue Lagune umfasst, die sich aus dem Kraftwerk speist.  Gegen Mittag floss der Lavastrom zuerst über den Grindavíkurvegur, dann über die Heißwasserleitung Njarðvíkuræð, die die Orte an der Südsitze der Halbinsel versorgt – Reykjanesbær, Suðurnesjabær, Grindavík und Vogar. Das heiße Wasser wird auch zum Heizen benutzt. Es gibt zwar einen Vorrat, die Bewohner und Unternehmen der Region werden aber gebeten, mit dem heißen Wasser sparsam umzugehen.

Ersatzleitung wird möglicherweise schon morgen fertig

Vom Flughafen Keflavík wird bereits gemeldet, dass es dort kein heißes Wasser mehr gibt. Der Zivilschutz hat aufgrund der Heißwasser/Heizproblems den Notstand ausgerufen. Eine Reserveleitung war bereits vorbereitet worden und es besteht die Hoffnung, dass sie morgen in Betrieb gehen kann.Mangels Heizung fällt aber morgen die Schule aus und auch Kitas bleiben geschlossen. Medien berichten von einem ausverkauften Gasflaschen und Heizlüftern in den örtlichen Geschäften.

Das befürchtete Stromproblem ist aber ausgeblieben: Eine wichtige Überlandleitung wurde zwar am Fuß umflossen und war in der Zeit auch vom Netz genommen worden. Sie blieb aber unbeschädigt und liefert nun auch wieder. Trotzdem werden die Leute gebeten, elektrische Heizlüfter nur sparsam zu verwenden.

Eruption verliert an Kraft

Wie die vorangegangenen Eruptionen hat auch diese nach einem starken Start am  an Kraft verloren. Der Lavafluss konzentrierte sich am späten Nachmittag noch auf zwei bis drei Stellen und ist längst nicht mehr so stark. Nach Angaben des Wetterdienstes hat der unterirdische Magmazufluss auch abgenommen.

Dies ist die dritte Eruption im Svartsengi-Bereich innerhalb von drei Monaten. Die isländischen Vulkanologen rechnen damit, dass es nicht die letzte war. (Stand 20 Uhr)

Neue Gefahrenkarte mit Eruptionsspalten und den Umrissen des frischen Lavafelds. Quelle Veðurstofa/HÍ

Aktuell zeigen alle Webcams von RÚV den Ausbruch:

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