Mit dem Ruderboot von Tromsø nach Spitzbergen

Spitzbergen (Norwegen). Ein für die Gegend äußerst ungewöhnliches Schiff erreichte gestern Abend Longyearbyen: Ein hochseetüchtiges Ruderboot mit vier Briten an Bord, die den ganzen Weg seit Tromsø mit Muskelkraft zurückgelegt haben. Dafür brauchten sie rund 15 Tage. „Es war wirklich hart“, so der Kommentar der Crew gegenüber Svalbardposten. Neben der sportlichen Herausforderung wollen die Briten mit der Aktion auch Geld für die soziale Arbeit des YMCA Exeter einwerben.

Ruderstrecke nach Svalbard

Ruderstrecke von Tromsø nach Spitzbergen. Screenshot der Tracker-Seite

Ozeanrudern ist gar nicht so selten, die meisten halten sich dabei allerdings an Regionen mit angenehmeren Temperaturen. Die Boote sind insofern hochseetauglich, als dass sich die Crew bei Sturm in die Kabine zurückziehen und abwarten kann – angenehm ist das nicht. Auch die vier Briten auf dem Weg nach Spitzbergen mussten zeitweise Sturm abwettern und hielten sich dabei mit einem Treibanker auf Position, berichtet YMCA Exeter. Die Route lässt sich auch über einen Tracker nachverfolgen. Die Strecke von Tromsø nach Longyearbyen beträgt rund 530 Seemeilen. Das Team bestand aus Colin Hiscock (59), Mark Sealey (59), Matt Mason (34) und und Matt Inglesby (30).

Ein Ruderboot muss ständig gerudert werden. Geplant war ein Zwei-Stunden-Rhythmus, auch nachts, so berichtete die Crew im Vorab-Interview. Wenn sie auch nicht das beste Wetter hatten, so hatten sie es immerhin auch nachts hell dank Mitternachtssonne.

Ambitionierter Polar Row 2017

Die vier YMCA-Exeter Ruderer sind nicht die ersten, die es auf diese Weise von Tromsø nach Spitzbergen geschafft haben: 2017 hatte eine größere Crew unter dem Motto Polar Row ebenfalls diesen Weg genommen. Von Spitzbergen ruderten sie zunächst Richtung Eis und wollten dann nach Island. Letztlich beendeten sie ihre Reise aus gesundheitlichen Gründen auf Jan Mayen.

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