Militärübung: Russland lässt Hurtigruten nicht nach Franz-Josef-Land

Norwegen/Russland. Hurtigrutens erste Reise nach Franz-Josef-Land war lange vorbereitet worden. Zwei Wochen vor dem Start bekam die MS Spitsbergen jedoch keine Genehmigung zur Einreise nach Russland. Als Ursache wird eine Militärübung genannt. Darüber berichtete zuerst Klassekampen, 

Hafen Kirkenes

Hurtigrutenschiff in Kirkenes. Von dort aus ist es nicht mehr weit nach Russland.

Die beiden Reisen im August und September sollten von Tromsø aus über Murmansk nach Franz-Josef-Land führen. Diese Tour wird erstmals angeboten. Franz-Josef-Land liegt nordöstlich von Spitzbergen, jenseits des 80. Breitengrades. Insgesamt 250 Passagiere hatten sich laut des Medienberichts dafür angemeldet. Alles sei vorbereitet gewesen, der Dialog mit den lokalen und den zentralen Behörden sei lange gut gewesen, so Hurtigrutens Pressesprecherin. Deshalb sei man über die verweigerte Genehmigung sehr überrascht gewesen. Als Erklärung sei eine Militärübung genannt worden.

Bis dahin schien es, dass Russland an mehr Kreuzfahrttourismus durchaus interessiert sei. In Murmansk wurde ein neuer Terminal dafür eingerichtet. Speziell Hurtigruten wurde umworben. Auch für Murmansk gilt, dass man sich dort für 72 Stunden visafrei aufhalten darf, wenn man per Kreuzfahrschiff eingereist ist. Und gerade erst wurde ein kleines Besucherzentrum auf der Guker-Insel im Franz-Josefs-Archipel fertiggestellt, meldete der Barents Observer. Dort wird Ende August die Silver Explorer erwartet, ein Luxus-Kreuzfahrtsschiff, das von Osten in die Nordostpassage eingefahren ist und sich gestern vor der Wrangel-Insel befand.

Zu nah an Militärbasis Nagurskaja?

Bei der angesprochenen Militärübung dürfte es sich laut Barents Observer um Tsentr 2019 handeln, dessen Schwerpunkt auf der Nordostpassage liegen soll. Russland hat in den vergangenen Jahren seine Stützpunkte in der Arktis entlang dieser Strecke ausgebaut. Dazu gehört auch Nagurskaja auf der Insel Alexandra Land im Archipel Franz-Josef-Land, wo 150 Soldaten leben sollen.

Hurtigruten kontaktiert nun die Passagiere und bietet Entschädigung und alternative Reisen an. Für das kommende Jahr sind zwei weitere Reisen dorthin geplant. Militärübungen in der Barentssee sind allerdings inzwischen recht häufig. Eine Kreuzfahrtreederei, die nicht sicher sein kann, ob sie ihre Jahre vorher geplante und angebotene Reise auch durchführen kann, wird wenig Interesse daran haben, solche Ziele auszubauen.

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