Kiruna: Historische Gebäude für das neue Zentrum

Kiruna (Schweden). Was bleibt vom alten Kiruna, wenn das Stadtzentrum wegen des Erzbergbaus abgerissen wird? Einige historische Gebäude müssen umgezogen werden – so ist es mit der Bergbaufirma LKAB vereinbart. Nun wurde bekannt, welche das in der nächsten Etappe sein werden. Darüber berichtete SVT.

Kiruna alte feuerwache

Kirunas alte Feuerwache – hier noch mit dem alten Rathausturm im Hintergrund.

Das alte Zentrum Kirunas hatte drei charakteristische Türme: Den des Rathauses, den der alten Feuerwache und den der Kirche. Der erste ist schon weg, umgezogen an den Platz neben dem neuen Rathaus. Am alten Rathaus nagen die Bagger. Die Kirche stand schon frühzeitig fest als ein Gebäude, das einfach erhalten werden muss und deshalb umziehen soll. Möglich ist dies, weil sie, wie viele andere historische Gebäude in Schweden, aus Holz gebaut ist. Auch die alte Feuerwache soll umziehen. Dazu kommen eine Reihe Wohn- und Geschäftshäuser, die dafür sorgen werden, dass die Bürger im neuen Stadtzentrum ein paar vertraute Landmarken wiederfinden. Insgesamt werden 39 Gebäude aus dem alten Zentrum umplatziert.

Karte neues Kiruna

Platzierung der alten Gebäude im neuen Kiruna (vergrößerbar). Karte LKAB

Ausgesucht wurden sie in Zusammenarbeit von Kommune, LKAB und der Region Norrbotten unter besonderer Berücksichtigung dessen, was sie über die Geschichte Kirunas erzählen. Außerdem musste ein Umzug realistisch möglich sein – für das alte Bolagshotellet beispielsweise war dies nicht möglich. Weitere  technische Untersuchungen werden folgen. Die fraglichen Transportunternehmen haben inzwischen Übung: In Malmberget wurden ebenfalls Gebäude umgezogen, teilweise auch sehr große. Und die ersten Kandidaten aus Kiruna stehen bereits am neuen Standort am Fuß des Luossavaara. Die anderen werden direkt im neuen Zentrum angesiedelt. Von den 39 Gebäuden bezahlt LKAB für 37 die Rechnung. Zwei – die alte Feuerwache und und die alte Krankenstation – bezahlt die Kommune.

Gefährdet ein Konflikt mit der Kommune den weiteren Erzabbau?

Der Zeitplan für den Stadtumzug läuft weiter wie geplant, obwohl es vergangene Woche heftig krachte zwischen dem neuen Kommunalrat und LKAB. Der Arbeitsausschuss lehnte einen Antrag von LKAB ab, der die nächste Etappe zur Umwandlung des Zentrums in Grubengebiet einleiten sollte. Dem neuen Kommunalrat Gunnar Selberg (Zentrum) und offenbar der Mehrheit des Ausschusses fehlten befriedigende Zusagen von LKAB zum Ersatz des  Bahnhofs und des Krankenhauses. Zurzeit gibt es nur einen provisorischen Bahnhof, der etwas außerhalb liegt. Die Kommune wünscht aber einen zentrumsnahen Bahnhof – wie früher.

Riruna altes Rathaus

Der Abriss des alten Rathauses läuft.

Es ist nicht das erste Mal, dass es darüber Streit gibt. Für LKAB bedeutet die Ablehnung, dass der Weiterbetrieb ab einem bestimmten Punkt gefährdet ist. Bewohnte Häuser dürfen schließlich nicht gefährdet werden. Vorgesehen war, dass schrittweise Gebäude in der zukünftigen Deformationszone abgerissen werden und das Gelände in eine grüne Pufferzone umgewandelt wird, die so lange als „Gruvstadspark“ genutzt werden darf, bis es tatsächlich gefährlich wird. Wird nicht weiter abgerissen, darf LKAB auch nicht weiter abbauen.

Nach all den bisherigen Schritten ist es zwar unwahrscheinlich, dass die Kommune und ihr größter Arbeitgeber sich nicht am Ende einigen. Die strittigen Fragen sind nun aber erst einmal auf die nächste Sitzung am 17. Juni verschoben worden, meldet SVT.

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