Kaufpreis für Ferienhäuser in Finnland sinkt – Lappland am günstigsten

Finnland. Der Kaufpreis für Ferienhäuser in Finnland sinkt seit Jahren – fast überall. Am günstigsten kommt man in Lappland zu einem eigenen „Mökki“. Darüber berichtete nun Yle aufgrund der neuesten Behördenzahlen.

Hütte am See

Für viele ein Traum: die eigene Hütte am See.

Immobilienpreise in Finnland gingen im vergangenen Jahr nach oben – aber nicht die für Ferienhäuser. 2011 war noch ein Jahr, bei dem Verkäufer strahlten, seitdem geht es fast überall abwärts.  Der Durchschnittspreis für Hütten mit Zugang zum Wasser  sei in diesem Jahrzehnt von 110 000 Euro auf 93 000 Euro in Gebieten mit Bebauungsplan gesunken, äußert Taisto Toppinen, Chef des Katasteramtes, in der Pressemitteilung. Die Zahl der Verkäufe sei mit rund 3000 landesweit aber etwa gleich geblieben. Zu den Ursachen befragte Yle den Geschäftsführer eines Immobilienunternehmens: Die Lage und die Hütten selbst seien so ungleich in den verschiedenen Gegenden Finnlands, dass es keine eindeutige Erklärung gebe, so die Antwort.

Lage und Standard

Wer schon mal ein Ferienhaus gemietet hat, weiß um die Unterschiede: Wer eine Trockentoilette akzeptiert, keinen Strom braucht und das Wasser aus dem Brunnen pumpt, kommt natürlich günstiger weg als bei einem Objekt, dass denselben Standard hat wie die heimatliche Wohnung.

Es wird auch  niemanden wundern, dass die teuersten Mökkis im bevölkerungsreichen Süden des Landes zu finden sind. Verglichen wurden Preise für eine Hütte am Wasser auf einem Grundstück mit weniger als zwei Hektar, unterschieden nach Umfeld – innerhalb einer Siedlung mit Infrastruktur und Bebauungsplan oder abgeschieden in dünn besiedelter Gegend. In der Hauptstadtgegend musste man  dafür 2017 durchschnittlich 173 000 Euro (mit B-Plan) hinlegen, was zwar vier Prozent weniger sind als im Vorjahr, aber der Spitzenwert für ganz Finnland. Etwas abgeschiedener kostet es in der Region immer noch 159 000 Euro, was sogar sechs Prozent mehr sind als im Vorjahr.

Trockentoilette

Wer mit einer Trockentoilette zufrieden ist, spart viel Geld.

In Lappland dagegen wurde man schon für durchschnittlich 37 000 Euro zum Hüttenbesitzer, mit B-Plan für 47 500 Euro, beides billiger als 2016. Lappland ist zwar laut Yle  das am stärksten wachsende Reiseziel Finnlands (Übernachtungen plus 22 Prozent). Viele davon kommen jedoch von sehr weit her und sind keine potentiellen Ferienhaus-Käufer. Schließlich muss man in Lappland mit langen, harten Wintern rechnen, für die meisten dürfte auch der Weg einfach zu lang sein. Im nördlichen Österbotten liegt man auch noch recht günstig mit im Durchschnitt 42 250 Euro (abgelegen) und 65 000 Euro. In Kainuu sind abgelegene Mökkis mit Seezugang sogar 18 Prozent teurer geworden, was insgesamt aber auch nur 46 500 Euro heißt.

Andere Entwicklung in Schweden und Norwegen

So vielfältig, wie die Situation in Finnland ist, so wenig lässt sich daraus auch auf die Nachbarländer Schweden und Norwegen schließen. In Schweden waren die Immobilienpreise in den vergangenen Monaten gesunken. In der Statistik der Makler stehen Ferienhäuser aber mit einem Plus von plus neun Prozent im landesweiten Durchschnitt aus den vergangenen 12 Monaten. Zahlen aus dem vergangenen Jahr zeigen, dass auch in Schweden die Hauptstadtregion und attraktive Ziele im Süden an der Spitze liegen. Die nördlichsten Bezirke Norrbotten und Västerbotten sind jedoch nicht die billigsten.

In Norwegen gelten Hütten in den Bergen als besonders begehrt, die dann aber auch für den Skiurlaub geeignet sein müssen. Die Statistik zeigt eine unterschiedliche Entwicklung für Berg- und Seegrundstücke ohne eindeutigen Trend.

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