Hålogalandsbrücke – die Abkürzung über den Fjord

Norwegen. Ab morgen wird die E 6 nach Norden 18 Kilometer kürzer: Nach fünf Jahren Bauzeit wird die Hålogalandsbrücke nördlich von Narvik eingeweiht. Das 1533 Meter lange Bauwerk überquert den Rombakfjord und spart damit den Weg am Ufer entlang.

Hålogalandsbrücke

Die Hålogalandsbrücke zwischen Narvik und Øyjord. Quelle: Statens Vegvesen Norge

Zur Eröffnung um 12 Uhr dürfen erst einmal nur die Fußgänger über die Brücke, die mit einer Spannweite von 1145 Meter Norwegens zweitlängste ist nach der Hardangerbrücke.  Um 15 Uhr wird dann Ministerpräsidentin Erna Solberg das übliche symbolische Band durchschneiden, und ab 16.30 Uhr dürfen Autofahrer erstmals diese Abkürzung nehmen. (Programm hier). Wer von Narvik weiter will Richtung Harstad oder Tromsø, kann damit 15-20 Minuten sparen. Für die neue Verbindung zwischen Narvik und Øyjord wurden Zuwegungen auf beiden Seiten neu gebaut, darunter auch je ein Tunnel .

Die Fahrbahn plus Rad- und Gehweg der Hålogalandsbrücke besteht aus 30 Stahlsektionen zu je 40 Metern. Sie wurden in China produziert und verschifft. Es gab eine Reihe von Problemen, zuletzt die Insolvenz der Firma, die eigentlich die Schweißarbeiten durchführen sollte, und die Fertigstellung verspätete sich. Doch nun ist es also soweit. Gleichzeitig  wurde auch auf der alten Strecke am nördlichen Fjordufer ein neuer Tunnel gebaut, der ein durch Erdrutsche und Lawinen besonders gefährdetes Straßenstück ersetzt.  Insgesamt kosteten die Baumaßnahmen umgerechnet rund 410 Millionen Euro.

Karte Rombakfjord

Rombakfjord mit Hålogalandsbrua. Karte Statens Vegvesen

Die Kehrseite der Medaille ist dann auch das in Norwegen zunehmend unbeliebte „bompenger„. Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen bezahlen 113 NOK , also (zurzeit) knapp 12 Euro für eine Passage. LKW müssen 280 NOK bezahlen. Für Pendler kann das schnell teuer werden. NRK berichtete jüngst über den Wunsch nach einer Monatspauschale, wie es sie auch für kostenpflichtige Straßen innerhalb von Städten gibt. Für diese überregionale Verbindung ist jedoch Statens Vegvesen zuständig, und bisher ist keine Ermäßigung für Vielfahrer geplant. Wer Richtung Bjørnfjell oder über die E 10 weiter nach Schweden will, kann sich das Geld auch sparen und den alten Weg nehmen.

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